Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Informationen des AStA

6. September 2006, 12:45 in Materialien

Mit einer “Geld-zurück-Option” wirbt der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der Uni Bielefeld für einen Widerspruch gegen Studiengebühren.

Der AStA hat dazu ein Widerspruchsformular herausgegeben. Zielgruppe sind die neuen Erstsemester, die ab dem Wintersemester 500 Euro zahlen sollen. Grundlage für den Widerspruch ist das laufende Gerichtsverfahren gegen die Rechtskräftigkeit der Senatssitzung, auf der die Gebührensatzung beschlossen wurde.

Radio Hertz stellt auf seiner Homepage das Formular zum Download zur Verfügung.

Praktische Rechtshilfe

Desweiteren wird der AStA im Laufe dieser Woche aus gegebenem Anlaß Informationen für Studierende bereitstellen, was ihre Rechte gegenüber den Strafverfolgungsbehörden sind, welchen Aufforderungen folge zu leisten ist und welche mit gutem Recht ignorierbar sind. Der entsprechende Flyer wird vor dem AStA- Pool ausgelegt.

AStA-Aufruf: Widerspruch einlegen ("Neue Westfälische" vom 29.08.2006)

29. August 2006, 08:00 in Materialien

Bielefeld. Der Allgemeine Studierendenausschuss Universität Bielefeld (AStA) hat alle Erstsemester zum Widerspruch gegen die Bescheide zum Einzug von Studienbeiträgen aufgerufen. „Nur so haben die Studierenden die Garantie, ihr Geld zurückzuverlangen, wenn die Klage studentischer Vertreter gegen die Gebührensatzung gewonnen wird“, erklärte der AStA. Gezahlt werden müssten die 500 Euro vorerst trotz Widerspruch.

Wie berichtet, klagen zwei studentische Senatoren vor dem Verwaltungsgericht Minden, weil sie durch Absperrmaßnahmen am 9. Juli nicht zur Senatssitzung gelangen konnten, in der die Gebühren beschlossen wurden. Sie halten die dort gefassten Beschlüsse für nichts rechtskräftig. Mit einer Entscheidung ist allerdings erst nach Beginn des Wintersemesters zu rechnen.

Werde der Prozess gewonnen, könnten die Studenten ihr Geld von der Universität zurückverlangen, so der AStA. „Es ist wichtig, dass die Studierenden so schnell wie möglich Widerspruch einlegen“, sagte AStA-Vorsitzender Jan Binder. „Vergeht die Frist von einem Monat nach Erhalt des Gebührenbescheides, kann das Geld auch bei Erfolg der Klage nicht zurückverlangt werden“, so die andere Vorsitzende Inga Müller.

Zum Download des Widerspruch-Formulars.

Stellungnahmen zum Sozialen Frieden nach der Gebühreneinführung

10. August 2006, 16:30 in Materialien

In dieser Woche sind in Form offener Briefe zwei Stellungnahmen sozialer Institutionen an der Uni bzw. eines Gremienmitglieds zu den Vorkommnissen seit der Senatssitzung am 12. Juli veröffentlicht worden.

Die BAföG-Beratung, die Studienkontenberatung und das Schwulenreferat an der Uni formulieren einen
Appell für sozialen Frieden an der Universität Bielefeld (Offener Brief)

1. Die jüngsten Vorfälle an der Uni Bielefeld verlangen allen Hochschulangehörigen eine fundierte Positionierung ab. Unser Ziel ist die Wiederherstellung des sozialen Friedens an der Universität!

Wir haben aus unseren alltäglichen Arbeitserfahrungen mit einem repräsentativen Querschnitt der Studierendenschaft bereits frühzeitig davor gewarnt, dass eine Einführung allgemeiner Studiengebühren den sozialen Frieden an der Uni Bielefeld nachhaltig gefährden könne.

Die Uni Bielefeld als klassische Reformuniversität ist keine Hochschule wie jede andere. Sie hebt sich in manchen Lehrbereichen, insbesondere aber in der Struktur der sozialen Herkunft ihrer Angehörigen wohltuend von dem allgemeinen Trend der Bildungsökonomisierung in Deutschland ab. Dieser Umstand steht hier auf dem Spiel.

Das Rektorat und ein Teil der ProfessorInnenschaft – angeführt von einem Bildungsökonomen – haben mehr als einmal ihre Absicht bekundet und nun auch vorerst durchgesetzt, der Uni Bielefeld ihre herausragende Bedeutung im sozialen Bereich nehmen zu wollen und sie in den elitären Diskurs der bundesweiten Bildungslandschaft einzugliedern.

Viele Studierende, MitarbeiterInnen und DozentInnen, die ganz bewußt den Hochschulstandort Bielefeld gewählt haben, sehen sich nun ihrer Ziele, Ideale und Perspektiven beraubt. Für manche Studierenden steht gar die Weiterführung ihrer Ausbildung auf dem Spiel.

Alles das war absehbar, Rektorat und Senat hinlänglich bekannt und wurde mit den zur Verfügung stehenden Machtmitteln über Monate ignoriert, abgeblockt und verworfen. Die gleichfalls absehbaren Folgen für den sozialen Frieden an der Universität zeichnen sich nun ab.

2. Es gilt die Unschuldsvermutung bezüglich begangener Straftaten. Die nun seitens des Rektorats betriebene Diffamierung der GebührengegnerInnen ist für uns unerträglich. Ebenso ist die Präsenz der politischen Polizei an der Universität für uns und viele andere aus historischen Gründen absolut unerträglich. Auch wir lehnen Studiengebühren in jeder Form kategorisch ab, werden diese Haltung weiterhin politisch vertreten und möchten dabei nicht bespitzelt werden.

Wir beziehen uns hier ausdrücklich nicht auf Vermutungen, sondern ausschließlich auf die in unserer alltäglichen Arbeit wahrgenommene Stimmung an der Universität. Es handelt sich keineswegs nur um wenige oder gar einzelne, die sich mit Zurückhaltung oder offenem Verständnis über einen möglichen radikalen Protest gegen die Einführung der Studiengebühren zu erkennen geben. Ähnliche Eindrücke sammeln wir auch außerhalb der Uni in der Stadt.

Dass wahrscheinlich nur wenige dieser Stimmung möglicherweise auch Taten folgen lassen oder offen ihre Meinung kundtun, sagt nicht viel über die Situation aus. Eine Kriminalisierung der Betreffenden ändert nichts an dem gestörten sozialen Frieden an der Universität Bielefeld, kann aufgrund der Umstände sogar zu einer weiteren Verschärfung führen.

3. Unser Appell richtet sich daher an die Gremien und Personen, die in den letzten Monaten den anzustrebenden offenen Diskurs der Gruppenuniversität vollends verlassen und verweigert haben.

Finden Sie in einen solchen Diskurs zurück, korrigieren Sie die im Senat getroffene Entscheidung vom 12. Juli, bevor durch eine gerichtliche Auseinandersetzung weiterer Schaden verursacht wird. Nehmen Sie die Stimmung an der Hochschule auch außerhalb Ihrer eigenen Statusgruppen wahr und ernst, vermeiden Sie eine weitere Eskalation, beenden Sie die Generalverdächtigung einzelner Interessensgruppen, und suchen Sie die sachliche und ergebnisoffene Auseinandersetzung mit allen Angehörigen unserer Universität!

BAföG-Beratung an der Universität Bielefeld
Studienkontenberatung an der Universität Bielefeld
Schwulenreferat der Universität Bielefeld

08.08.2006


Thomas Siebenmorgen, Mitglied der zentralen Universitätskommission für Studium und Lehre (LeKo), richtet einen
Offenen Appell an Rektorat und Senat der Universität Bielefeld

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass die Situation um die Einführung von Studiengebühren an der Universität Bielefeld und anderswo zu eskalieren scheint. Die Universitätsangehörigen aller Statusgruppen sollten sich in der Pflicht sehen, zum Thema öffentlich Stellung zu nehmen, um deeskalierend auf die Entscheidungstragenden einzuwirken, damit der soziale Friede an der Universität wieder hergestellt wird. Als Mitglied der zentralen Universitätskommission für Studium und Lehre (LeKo), die dem Senat unter anderem auch bei der Ausgestaltung der „Studienbeitragssatzung“ beratend zu arbeitet, möchte ich daher kurz Stellung nehmen und nicht wie andere Universitätsangehörige stillschweigend die Politik von Rektorat und Senat hinnehmen:

1. Die Politik des Rektorats und der professoralen Senatorinnen und Senatoren zum Thema Studiengebühren war von Anfang an eskalierend und darauf aus, die undemokratischen Strukturen an der Universität für ihre neoliberalen Interessen zu missbrauchen. Dieses Fazit ziehe ich aus den Erfahrungen, die ich während meiner Arbeit als studentisches Mitglied in der LeKo gemacht habe.

2. Auch ohne Studiengebühren ist der Zugang zu Wissen und Wissenschaft bereits vom Geldbeutel abhängig: Semesterbeitrag, Lebensunterhaltungskosten, Bücher, etc. Durch Studiengebühren wird diese Situation verschärft. Außerdem haben verschiedene fachlich versierte Menschen aus Positionen wie Studienkontenberatung, Gleichstellungsbeauftragte und Internationaler Studierendenrat (ISR) unter anderem auch in der LeKo darauf hingewiesen, dass Studiengebühren auf gewisse soziale Gruppen zusätzlich diskriminierend wirken.

3. Auf die moralische Empörung der Studierenden, die nach Punkt 2 völlig gerechtfertigt ist, reagieren die Entscheidungstragenden mit Unverständnis und kühner Gelassenheit (bspw. auf der Senatssitzung am 1. Februar). Die Studiengebühr ist jedoch kein rein wertfreier Verwaltungsparagraph, sondern eine soziale Schranke, die unsere Gesellschaft zu einem elitären Verein macht, in dem nur finanziell Wohlsituierte ein Recht auf Bildung haben. Somit sind moralische Empörung und Sanktionen durchaus angemessen.

4. Die sklavische Haltung des Rektorats gegenüber der Landesregierung zeigt, dass jegliches Verständnis für soziale und politische Verantwortung fehlt. Würden Rektorat und Senat soziale Werte und Courage haben, könnten sie sich Seite an Seite mit dem AStA für ein gebührenfreies Studium einsetzen. Aber dies ist ganz klar politisch nicht gewollt!

5. Die massive Ausübung der strukturellen Gewalt seitens des Rektorats und der ProfessorInnenschaft hat nicht nur die soziale Selektion von finanziell schlechter Gestellten zur Folge, sondern auch eine ebenso massive Protestwelle. Dies zeigen die jüngsten Ereignisse. Ich habe bereits bei der Diskussion um die Ausgestaltung der „Studienbeiträge“ in der LeKo darauf hingewiesen, dass der Missbrauch der professoralen Mehrheit im Senat zu massiveren Protesten als die Rektoratsbesetzung im Februar führen könnte. Das Rektorat stellt sich unschuldig dar und versucht diese Proteste zu kriminalisieren. Doch die Entscheidungstragenden können nicht umhin, sowohl für soziale Selektion als auch für die radikalen Protestaktionen die (Mit-)Verantwortung zu übernehmen.

6. Die radikale Protestwelle hält nun schon seit einigen Wochen an. Schon jetzt gehören die Proteste zum Uni-Alltag und auch nach Aussetzung einer Belohnung von 6.000 Euro ist kein Ende zu sehen. In Anbetracht dieser Situation, die maßgeblich von der aggressiven und unsozialen Politik des Rektorats und der professoralen Senatorinnen und Senatoren provoziert wurde, rufe ich diese hiermit auf, einen radikalen Kurswechsel in ihrer Politik vorzunehmen, d.h. die „Studienbeitragssatzung“ vom 14. Juli 2006 ersatzlos zurückzunehmen und sich sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Hochschulrektorenkonferenz und gegenüber der Landesregierung für ein gebührenfreies Studium stark zu machen. Andernfalls sollten diese Posten für diejenigen geräumt werden, welche den moralischen Skrupel haben mit der Zukunft der Studierenden verantwortungsbewusst umzugehen. Rektorat und Senat haben es in der Hand, ob die Proteste und die soziale Ausgrenzung von dem Menschenrecht „Bildung“ an der Universität aufhören oder nicht. Menschen in Ihren Positionen sollten sich Ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein und nicht scheinheilig tun, als ginge es Ihnen bei der Einführung von Studiengebühren nur um das Wohl der Studierenden, während diese sich mit Händen und Füßen dagegen wehren!

Thomas Siebenmorgen, UNIted-Hochschulgruppe – „Bildung für alle!“, Mitglied der zentralen Universitätskommission für Studium und Lehre (LeKo)

Kritik und Anregungen bitte an: tsiebenmorgen@gmx.de

"Beweg Dein' Arsch" Party im Ostbahnhof

11. April 2006, 19:00 in Materialien

Die Party gegen Studiengebühren steigt am Samstag, den 15. April im Ostbahnhof 1. Der Gewinn kommt dem ABS-Bielefeld zugute.

Beweg Dein' Arsch!
Eintritt: 2 Euro

Beweg Dein' Arsch!

Adressaten für Protestschreiben

3. April 2006, 14:30 in Materialien

Auf mehrfachen Wunsch hin hier die Kontaktmöglichkeiten zu den an der Räumung beteiligten Sicherheitsunternehmen:

PRODIAC Sicherheit GmbH
Eckendorfer Straße 32
33609 Bielefeld
Telefon: 05 21 / 93 11-0
Telefax: 05 21 / 9 31 11 93
E-Mail: info@prodiac.com

GERMANIA Wachschutz GmbH
Otto-Brenner-Straße 209
33604 Bielefeld
Telefon: 05 21 / 5 28 10 99
Telefax: 05 21 / 9 27 61 02
EMail: info@germania-wachschutz.de

Die Kontaktmöglichkeiten zu den Verantwortlichen in Hochschulrektorat- und Verwaltung dürften allgemein bekannt sein. Zur Not reicht ein Blick in das Telefonverzeichnis der Uni.

Die in den letzten Tagen kursierende Liste mit den Privatanschriften der Rektorats- und Senatsmitglieder werden wir hier aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.

Brief des Rektorates an das Protest-Camp (vom 31. März 2006)

31. März 2006, 10:44 in Materialien

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits in unserem persönlichen Gespräch am 24. März 2006 und dann noch einmal mit meinem Schreiben vom 28. März 2006 hatte ich Ihnen dargelegt, mit welchen Problemen die Errichtung des Camps in der Zentralen Halle des UHG vergunden ist. Außerdem hatte ich Sie darüber informiert, dass mich das Feuerwehramt der Stadt Bielefeld darauf hingewiesen hatte, das Camp unter feuerpolizeilichen und versammlungsstättenrechtlichen Gesichtspunkten nicht länger geduldet werden könne. Im Ergebnis waren wir uns darüber einig, dass das Camp nicht in der Halle bleiben kann. Bei unserem Gespräch hatte ich den Eindruck, dass Ihnen meine Bedenken durchaus nachvollziehbar waren und Sie auch bereit waren, bei einer Lösung dieses Problems mitzuwirken.

Deshalb hatte ich Sie mit meinem Schreiben vom 28. 03. 2006 gebeten, das Camp bis heute 12 Uhr zu räumen. Allerdings muss ich nach Ablauf dieser Frist zu meinem Bedauern feststellen, dass Sie dieser Aufforderung nicht in Gänze nachgekommen sind. Wegen weiterer Einzelheiten verweise ich auf mein Schreiben vom 28. 03. 06. Auf Ihre Bitte hin und aus den von Ihnen genannten Gründen bin ich bereit, Ihnen für diese Räumung eine Nachfrist bis

Samstag, 01. 04. 06, 18.00 Uhr

zu gewähren. Sollte das Camp bis zu diesem Zeitpunkt nicht geräumt sein, behalte ich mir weitere Schritte vor. Ich erinnere noch einmal daran, dass Ihnen im Schreiben vom 24. März angeboten wurde, anstelle des Camps einen Informationsstand aufzubauen, der den feuerpolizeilichen und versammlungsstättenrechtlichen Gesichtspunkten Rechnung trägt.

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. D. Timmermann

Brief des Rektorates an das Protest-Camp (vom 28. März 2006)

31. März 2006, 10:23 in Materialien

Betr.: „Camp“ in der Zentralen Halle des Universitätshauptgebäudes (UHG)

hier: Räumung des „Camps“ und Entfernung der dort befindlichen Gegenstände

Sehr geehrte Damen und Herren,
bereits in unserem persönlichen Gespräch am vergangenen Freitag hatte ich Ihnen dargelegt, mit welchen Problemen die Errichtung des Camps in der Zentralen Halle des UHG verbunden ist. Zum einen führt das Camp zu erheblichen Beeinträchtigungen des normalen Betriebs in der Zentralen Halle; dies wird insbesondere ab der kommenden Woche gelten, in der der Vorlesungsbetrieb des Sommersemesters wieder beginnt. Ferner hatte ich Sie darauf hingewiesen, dass ich mich wegen des Camps gezwungen sah, den Antrag der Fachschaft Jura auf Durchführung der Westend-Party
am 12.04.2006 jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt abzulehnen. Schließlich hatte ich sie auch darüber informiert, dass mich das Feuerwehramt der Stadt Bielefeld darauf hingewiesen hatte, dass das Camp unter feuerpolizeilichen und versammlungsstättenrechtlichen Gesichtspunkten nicht geduldet
werden könne.

Im Ergebnis waren wir uns darüber einig, dass das Camp nicht in der Halle bleiben kann. Bei unserem Gespräch hatte ich den Eindruck, dass Ihnen meine Bedenken durchaus nach-
vollziehbar waren und Sie auch bereit waren, bei einer Lösung dieses Problems mitzuwirken. Vor diesem Hintergrund und im Sinne unseres Gesprächs bitte ich Sie hiermit noch einmal schrift-
lich, spätestens bis zum Freitag, 31.03.2006, 12.00 Uhr sämtliche Gegenstände, die sich im Eigentum der Universität oder des Oberstufenkollegs befinden, an ihren ursprünglichen Platz zurückzubringen und sämtliche übrigen Gegenstände einschließlich der Zelte und des Transparents „Eintritt frei“ aus der Zentralen Halle und vom gesamten Universitätsgelände zu entfernen.
Dies gilt für sämtliche Gegenstände, die sich im Camp und seinem Einzugsbereich befinden

(Zentrale Halle des UHG, Bauabschnitt A/B, zwischen dem oberen Ende der Eingangstreppe, dem
Eingang zur großen Cafeteria, der Zentralgarderobe und dem Hörsaal 13/14).

Zur Begründung erinnere ich noch einmal daran, dass das Camp im Laufe der Zeit räumliche Ausmaße angenommen hat, dass es die Bewegungsfreiheit in der Zentralen Halle des UHG erheblich
beeinträchtigt. Wenn am Montag, den 03.04.2006, der Vorlesungsbetrieb des Sommersemesters wieder beginnt und sich dann deutlich mehr Personen im UHG und in der Zentralen Halle aufhalten, ist davon auszugehen, dass es zu Beeinträchtigungen des normalen Betriebs in der Zentralen Halle kommen wird. Wie Sie wissen, bin ich von dem Feuerwehramt der Stadt Bielefeld darauf hingewiesen worden, dass Brandlasten (und hierzu zählen insbesondere die Möbel und das Transparent „Eintritt frei“) in der Halle auf ein absolutes Minimum zu reduzieren sind, dass die Zentrale Halle als Rettungs- und Fluchtweg anzusehen ist, der generell und insbesondere von Brandlasten freizuhalten ist (eine Kopie des diesbezüglichen Schreibens ist beigefügt). Als Rektor dieser Universität und Inhaber des Hausrechts muss ich für die Sicherheit der sich im Gebäude befindlichen Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Besucherinnen und Besucher sowie Gäste Sorge tragen.

Im Übrigen weise ich in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ich – wie Ihnen bekannt – mich wegen des Camps bereits gezwungen sah, den Antrag der Fachschaft Jura auf Durchführung einer Westend-Party am 12.04.2006 jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt abzulehnen.

Trotz der von mir zu ergreifenden Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in der zentra-
len Halle des UHG möchte ich Ihnen Gelegenheit geben, die Studierenden in unmittelbarer Weise über Ihre Einschätzung der Probleme im Zusammenhang mit der Diskussion über die Einführung von Studienbeiträgen zu informieren. Ich bin deshalb bereit, Ihnen für den Fall, dass Sie der o.g. Aufforderung fristgerecht nachkommen, unter den üblichen Bedingungen einen Informationsstand in angemessener Größe zur Verfügung zu stellen, sofern die Freihaltung der Flucht- und Rettungswege gewährleistet ist und die Brandlast in der Halle nicht mehr als für diesen Zweck zwingend nötig erhöht wird. Vorstellbar ist aus meiner Sicht eine Fläche von 2×8 Metern vor der Garderobe zwischen den beiden Litfasssäulen. Wenn Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, setzen Sie sich bitte bis zum 30.03.06 mit dem Dezernat IV (Herrn Lesemann, Tel. 106-3125) in Verbindung.

Gleichzeitig komme ich gern auf die in unserem gemeinsamen Gespräch von beiden Seiten geäußerte Bereitschaft zu einem Gespräch zum Thema Studienbeiträge zwischen Ihnen und dem Rektorat zurück. Zu diesem Zweck könnte ein erstes Gespräch kurzfristig vereinbart werden; in diesem ersten Gespräch sollte dann auch erörtert werden, wie die weitere Diskussion geführt werden könnte. Nachdem ich in unserem gemeinsamen Gespräch einen weitgehenden Konsens wahrgenommen habe, hoffe ich, dass sich die Angelegenheit in dem oben beschriebenen Sinne einvernehmlich lösen lässt. Ich bitte Sie deshalb um eine kurzfristige Rückäußerung, ob Sie in dem oben beschriebe-
nen Sinne verfahren werden. Sollte eine solche konsensuelle Lösung nicht möglich sein, müsste ich mir weitere Schritte vorbehalten.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. D. Timmermann

Papa, was für einen Schulabschluss hast du denn?

21. März 2006, 15:24 in Materialien

Im Jahr 2002 zeigten sich in einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) folgende Ergebnisse:

Von 100 Kindern, deren Väter einen Hauptschulabschluss absolvierten, erreichten nur 37 das Gymnasium (37%). Von 100 Vätern, die über eine Hochschulreife verfügen, wurden mit 84 mehr als doppelt so viele Kinder (84%) zur gymnasialen Oberschule geschickt.
Kinder, deren Eltern beide Arbeiter sind, haben mit Abstand die geringsten Chancen die Schwelle zu den Klassen 11-13 zu überwinden (20%). Beamtenkinder hingegen haben eine Chance von 84%!

Und wo steht Ihr Kind?
und wo steht ihr Kind?

*Auch von der beruflichen Stellung des Vaters sind die Bildungschancen der Kinder abhängig:*So besuchten mehr als drei Viertel der Kinder von Beamten 2002 die gymnasiale Oberstufe, Kinder von Angestellten und Selbstständigen zu etwa 60 .
Mit nur einem Drittel liegen die Chancen von Arbeiterkindern deutlich darunter.

„Von den Kindern, deren Vater eine Hochschulreife erworben hat, nehmen 84 ein Hochschulstudium auf (…). Nur ein Drittel so hoch (27%) ist dieser Anteil unter den Kindern, deren Vater einen Realschulabschluss hat. Noch geringer sind die Chancen auf ein Hochschulstudium für Kinder von Vätern, die maximal das Zeugnis einer Hauptschule besitzen: Mit 21% ist ihre Bildungsbeteiligung nur ein Viertel so groß wie die der Kinder von Vätern mit Hochschulreife.“
(S.8, Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2003, BMBF)

„Im Ergebnis einer wiederholten Selektion an den verschiedenen Bildungsschwellen war im Jahr 2000 die Chance, ein Hochschulstudium aufzunehmen, für Kinder der Herkunftsgruppe „hoch“ mehr als sieben mal ( 7,4-fach) größer als für Kinder der Herkunftsgruppe „niedrig“ (81% vs. 11%).“
(S.9, Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2003, BMBF)

Seit den 80er Jahren ist der Anteil der Studierenden aus der Herkunftsgruppe „hoch“ (Beamte, Selbstständige, Angestellte) kontinuierlich steigend, während hingegen der Prozentsatz Studierender aus den unteren beiden Herkunftsgruppen kontinuierlich sinkt.

Die Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem wird durch Studiengebühren weiter verschärft. Die Kaufkraft des Einzelnen bestimmt seine Bildungs- und Aufstiegschancen. Geringverdienende benötigen länger um entstehende Kredite zu tilgen und zahlen aufgrund der zusätzlichen Zinslast sogar mehr als die finanziell besser gestellten Studierenden.

!Dieses Flugblatt kann von jedem benutzt werden, um Eltern über die Bildungssituation ihres Kindes aufzuklären. Während der Kinder-Uni in Bielefeld verteilen es die Protest-Camper regelmäßig! Es wird empfohlen Grafiken bzw. Statistiken zur Untermalung hinzuzufügen.

Fotos der Kunstausstellung im Rektorat

6. März 2006, 08:30 in Materialien

Zum Abschied haben die Besetzenden jeden besetzten Raum in ein kleines Kunstwerk verwandelt. Die Fotos davon können die sehr wirkungsvolle Atmosphäre leider nicht übermitteln, beweisen jedoch, in welchem Zustand die Räumlichkeiten verlassen wurden. Die Zeichnungen an den Wänden und auf dem Boden wurden mit Kreide gemacht, so dass den Besetzenden keine Sachbeschädigung vorgeworfen werden kann.
Schließlich wollen wir anderen Leuten nicht in den Finanzen rumpfuschen und gehen mit gutem Beispiel voran.

Die weiteren Fotos gibt es bei Indymedia

Aktuelles Wohnheimsflugblatt

28. Februar 2006, 08:15 in Materialien

Liebe Kommilitonen und Kommilitoninnen,

Wir bleiben im Rektorat!

Unsere bisherigen Erfolge:

  • Wir informieren mit unserem Infotisch, verschiedenen Flyern und unserer Homepage Bielefelds StudentInnen und DozentInnen.
  • Gegen den anfänglichen Willen des Rektorats haben wir ein offenes Forum zu Studiengebühren auf der Homepage unserer Universität durchgesetzt. Benutzt es rege, und tut dort eure Meinung kund.
  • Wir vernetzen uns mit anderen Universitäten in ganz Deutschland. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit Münster, Paderborn und Dortmund. In Münster werden keine Studiengebühren eingeführt, in Paderborn war das Rektorat ebenfalls besetzt, und in Dortmund wurde die Entscheidung vertagt.
  • Seit dem 1.2. sind wir hier, und nun auch die längste Rektoratsbesetzung Deutschlands.
  • Durch unsere bisherige Präsenz und Arbeit erzeugen wir großes überregionales Echo in der Presse. So erschienen Artikel und Interviews u.a. in der Süddeutschen, der taz, der Zeit, dem WDR, dem Hessischen Rundfunk, EinsLive, der lokalen Presse und und und.

Wir leben, arbeiten, schlafen, feiern und unterhalten uns hier. Es bildete sich hier ein offenes, vielseitiges “Protestcamp”.
Mittags ist hier eine ruhige arbeitsame Atmosphäre, dann finden sich hier die Arbeitsgruppen zusammen, andere lernen auf Klausuren oder schreiben Hausarbeiten.
Um 18 Uhr findet hier das Plenum statt, bei dem Neuigkeiten ausgetauscht und Entschlüsse gefällt werden. Auch kannst Du hier Kontakt zu den Arbeitsgruppen finden.
Abends sitzen wir gemütlich beisammen, quatschen, es gibt Konzerte oder es wird gekocht.
Du bist herzlich eingeladen, Dich über den Stand der Dinge zu informieren, einfach nur vorbeizukommen, hier zu lernen oder Dich miteinzubringen.

Was gibt es hier zu tun?

  • Es werden Aktionen geplant.
  • Es wird diskutiert und debattiert.
  • Es werden Texte und Emails verfasst.
  • Es werden Flugblätter gedruckt und Plakate gemalt.
  • Es wird Kontakt zur Presse gehalten und Interviews gegeben.
  • Es wird sich um das Alltägliche gekümmert wie aufräumen, kochen, abwaschen…
  • Es wird… alles mögliche gemacht…

... komm einfach vorbei, informier Dich und mach mit…

Internetseiten:

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Diese Seite ist aus der ehemaligen Rektorats-Besetzung hervorgegangen und hat keinen inhaltlichen Bezug zum Oberstufen-Kolleg oder der dortigen Schülerzeitung "Kollima".
Die Adresse "besetzung.kollima.de" ergibt sich aus rein technischen Gründen.