Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Aufruf zur Solidarität

19. Oktober 2008, 13:57 in Solidaritaet

Politischer Prozess gegen Bielefelder Studenten – Skandalöse Anklage gegen Gebührengegner

Vorgeschichte

Seit dem Frühjahr 2006 wehren sich Studierende der Universität Bielefeld vehement gegen Studiengebühren. Verschiedene Protestaktionen, wie die wochenlange Besetzung des Rektorates, erregten bundesweit Aufsehen. In diesem Zusammenhang wurden die undemokratischen Strukturen an den Hochschulen ebenso thematisiert wie die zunehmende Kapitalisierung des gesamten Bildungssektors. Eine ganze Generation von Studierenden hat in der Folge ein Bewusstsein für diese Zustände entwickeln können.

Demnach ist nur logisch, dass die Gegenseite mit vergleichbarer Intensität bemüht ist, ideologisch entgegen zu steuern. Die Universitätsleitung um Rektor Timmermann versuchte von Beginn an, die Proteste zu diffamieren. Schnell wurde auch zu Repressalien gegriffen – zunächst die Hochschulwache “Prodiac” und dann auch die Polizei auf die unbequemen Studierenden gehetzt.

Während die Führung der Bielefelder Polizei sich zunächst zurückhaltend zeigte, in einen sozialen Konflikt mit gewaltsamen Mitteln einzugreifen, ließ die Abteilung “Staatsschutz” sich nicht lange bitten. Diesem politischen Polizeiapparat ist jedes Mittel recht, das bürgerliche Märchen der Totalitarismustheorie zu propagieren. So wurde aus einer breiten Bewegung von protestierenden Studierenden eine “linksextreme Minderheit” konstruiert, ganz im Sinne der auch in der Region sehr aktiven Neonaziszene, die eben dieser “Staatsschutz” gleichermaßen gerne verharmlost und verleugnet.

So wurde gegen Studierende das gesamte Arsenal staatlicher Gewalt aufgeboten: Tränengasangriffe, ständige Überwachung und Hausdurchsuchungen. Bei manchen Betroffenen wurden Computer beschlagnahmt und erst nach Monaten zurück gegeben. Aber keine der angeblich von Studierenden begangenen Straftaten konnte aufgeklärt werden, im Gegenteil – alle Ermittlungsverfahren wurden eingestellt, den Opfern der Repression zum Teil Entschädigungen zugesprochen.

Politischer Verfolgungswille

Während der Repressionswelle hat sich schnell gezeigt, dass der polizeiliche “Staatsschutz” ebenso wie die politische Abteilung der Staatsanwaltschaft ihre Gewaltmittel bevorzugt gegen Personen einsetzen, die sich – in diesem Fall aus Sicht des Rektorates – als besonders überzeugte Gegner von Studiengebühren zeigen.

Kriminalisiert wird demzufolge nicht mit dem Ziel, tatsächlich oder vermeintlich begangene Straftaten aufzuklären, sondern politisches Engagement abzustrafen. Gemeint ist der gesamte Widerstand, ein Exempel soll an Einzelnen statuiert werden.

In dieses Bild passen insbesondere die Ermittlungen zu verschiedenen Brandstiftungen in der Universität, die für großes Aufsehen gesorgt hatten. Schnell hatte die Polizei hier einen Mitarbeiter der Firma “Prodiac” als Hauptverdächtigen ausgemacht. Dieser war sowohl stets in der Nähe, wenn ein Brand ausbrach, wie auch einschlägig polizeibekannt. Auf unmittelbare Anweisung der Staatsanwaltschaft wurde diese Spur jedoch zurück gestellt. Offenbar durfte nicht sein, was nicht sein sollte, schließlich wäre das Konstrukt der “gewaltsamen Gebührengegner” weitgehend zusammengefallen. So verliefen die Ermittlungen im Sande, sämtliche Verfahren sind eingestellt.

Die gesamte Entwicklung hat den Repressionsapparat offensichtlich derart ruhelos gelassen, dass nun unter lächerlichen Vorwürfen doch noch ein engagierter Student vor Gericht gezerrt werden muss.

David gegen Goliath

Konkret geht es nun um einen Vorfall am 28.02.2007. An diesem Tag war der NRW-Minister Pinkwart zur Einweihung eines neuen Laborgebäudes an der Uni Bielefeld zu Besuch. Studierende demonstrierten hier gegen die Bildungspolitik. In einem bereits gewohnten Szenario standen ihnen uniformierte und gewaltbereite Mitarbeiter der Firma “Prodiac” ebenso gegenüber wie die vom Rektorat angeforderte Polizei. Entsprechend kam es zu Rangeleien, ein Student wurde verletzt.

Auf Anraten anderer Beteiligter erstattete der Student Strafanzeige gegen den “Prodiac” Mitarbeiter Guido Twele, der dessen Kopf gegen eine Türkante gestoßen hatte. Und hier beginnt der Skandal. Die Ermittlungen riss umgehend der polizeiliche “Staatsschutz” an sich, aus dessen Sicht – wie bereits dargestellt – alle protestierenden Studierenden als potentielle Staatsfeinde zu betrachten sind. Entsprechend tendenziös gestaltet sich das weitere Verfahren.

Als Entlastungszeugen des gewalttätigen Twele, der in Bielefeld als stadtbekannter Schläger gilt, baute der “Staatsschutz” einen Kollegen der Firma “Prodiac” sowie den Abteilungsleiter in der Hochschulverwaltung, Thomas Walla, auf. Deren Gefälligkeitsaussagen wurden durch den “Staatsschutz” in epischer Breite ausgeschmückt.

Im Ergebnis stellt sich nun ein Bild dar, nachdem der Student (ca. 165 cm) den Sicherheitsmann (ca. 190 cm) über mehrere Minuten körperlich attackiert und sich dabei die Verletzungen selbst zugefügt haben soll. Wir freuen uns schon auf diese Demonstration vor Gericht…

Die Staatsanwaltschaft sah nun offenbar ihre Stunde gekommen, doch noch einen Studenten vor Gericht zu bringen. Die Anklage lautet auf “Falsche Verdächtigung”. Das Verfahren gegen Twele wurde gleichzeitig eingestellt.

Herren über Recht und Ordnung

Es ist naheliegend, dass der Prozess gegen den Studenten nur mit einer Einstellung oder einem Freispruch enden kann. Aber auch so bedeutet ein Strafverfahren für den Betroffenen eine erhebliche Belastung. Es nimmt nicht nur Zeit, sondern auch finanzielle Ressourcen in Anspruch, da ein Rechtsanwalt hinzugezogen und eventuell vorfinanziert werden muss. In anderen Fällen der Repressionswelle gegen Studierende bedeutete es – auch wenn es am Ende zu Einstellungen und Entschädigungsansprüchen kam – erhebliche Eingriffe in die Privatsphäre, monatelangen Verzicht auf Computer und – nicht zuletzt – auch eine erhebliche Verleumdung in der Öffentlichkeit.

Damit ist die eigentliche Funktion politischer Justiz angeschnitten. Staatsanwaltschaft und “Staatsschutz” nutzen ihr Gewaltmonopol unverhohlen zur Einschüchterung und aussergerichtlichen Bestrafung politischer Aktivisten. Zum einen wird damit jeder, der sich politisch gegen herrschende Strukturen engagiert, zur willkürlichen Kriminalisierung freigegeben – im weiteren manifestiert sich nach und nach ein Bild in der Öffentlichkeit, dass politischen Protest als grundsätzlich gewalttätig darstellt.

Politische Verfolgung ist – aus guten Gründen gerade in Deutschland – rechtlich verboten. Es zeigt sich, dass die Praxis anders aussieht – auch wenn dafür auf ein absolut lächerliches Konstrukt einer “Straftat” zurückgegriffen werden muss. Das Rektorat der Uni Bielefeld hat hierfür die Türen geöffnet, indem es ohne Not die Polizei auf den Campus geholt und aktiv an der Kriminalisierung mitgewirkt hat. Die politisch motivierte Exekutive greift diese Gelegenheit nur zu gerne auf, um politisches Engagement und zivilen Ungehorsam zu unterdrücken.

Hier geht es nicht um ein individualisiertes Strafverfahren – gemeint sind alle Gebührengegner. Deshalb kommt zum Prozess, und unterstützt den angeklagten Studenten!

The show goes on:
Donnerstag, 23.10.2008
13.15 Uhr
Amtsgericht Bielefeld
Sitzungssaal 4053

Gruppe 1. Februar

Projekt RABATZ

27. Oktober 2007, 20:50 in bundesweitSolidaritaet

Ein Vortrag über autonome Jugendzentren und weshalb diese Freiräume notwendig sind mit anschließender Diskussion

Schon in den siebziger Jahren bestand die Grundsatzidee eines selbstverwalteten Jugendzentrums in Paderborn. Nach dem Scheitern des ersten Projektes “KuKoZ” (Kultur- und Kommunikationszentrum) in den 80er Jahren gab es in relativ regelmäßigen Abständen Initiativen, die versuchten die Idee neu aufleben zu lassen und weiterzuentwickeln.
An diesen langjährigen Kampf knüpft nun auch die Initiative RABATZ an. Seit Sonntag den 30.09.2007, ist nun ein ehemals leerstehendes Gebäude der Stadt besetzt und trägt den Namen der Initiative.
Gefordert wird, das RABATZ als Freiraum für Kunst, Kultur und Politik zu erhalten. In den vergangenen Wochen haben bereits eine Menge kulurpolitischer Veranstaltungen dort stattgefunden. Dieser Vortrag soll darüber aufklären, was ein autonomes Jugendzentrum ist und wofür dieser Freiraum notwendig ist.

Dienstag – 30. Oktober – 18:00 – U2-232 – Uni Bielefeld

Weitere Informationen unter: www.rabatz.org

Was tun, wenn's brennt?

10. Oktober 2006, 10:00 in Solidaritaet

Unter diesem Slogan kursiert seit einigen Tagen ein Flugblatt an der Uni, in dem sehr ausführliche Rechtshilfetipps für Studierende gegeben werden. Prädikat empfehlenswert!

Der Schlüssel zum studentischen Glück ist hier dokumentiert.

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen die Räumung des Protest-Camps in der Universitätshalle Bielefeld

3. April 2006, 15:15 in Solidaritaet

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen die Räumung des Protest-Camps in der Universitätshalle Bielefeld durch private Sicherheitskräfte der Unternehmen Prodiac und Germania.

Landesvorstandssprecher Sven Krause. “Wir halten selbstverständlich weiterhin an unserer Forderung fest, dass Rektor Timmermann zurück treten muß, damit die Situation nicht weiter eskaliert und endlich Konsequenzen aus seinem gewalttätigen und undemokratischen Verhalten gezogen werden müssen.

Unsere Unterstützung gilt weiterhin uneingeschränkt den BesetzerInnen bzw. CamperInnen.“

“Undiskutabel ist das Verhalten von Rektors Timmermann, jedoch nicht überraschend,“ so der Kreisverbandsvorsitzende Torsten Schulte der JungdemokratInnen/Junge Linke Bielefeld. „Weiterhin möchte ich auf die Senatssitzung an der FH Bielefeld am 06.04.2006 um 14.00 Uhr in der FH-Verwaltung hinweisen (mehr Infos dazu über: www.asta.fh-bielefeld.de). Hier stehen u. a. die Verhandlungen über die Einführung von Studiengebühren auf den Plan.

Für die Studierenden der FH, die sich gegen die Einführung von Studiengebühren wehren wollen, wäre eine Teilnahme an der Senatssitzung ratsam.“

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen Studiengebühren aufs Schärfste. Wir glauben nicht daran, dass es durch die Einführung von Studiengebühren zu einer Qualitätssteigerung der Lehre und der Ausstattung von Hochschulen kommen wird. Bildung darf nicht als Ware gehandelt werden. Sie muss für alle Menschen gleichermaßen frei und ohne Beschränkungen zugänglich sein und darf sich nicht an kapitalistischer Verwertbarkeit orientieren. Weiterhin müssen das Hochschulsystem dringend grundlegend demokratisiert und die Partizipation aller Beteiligten gewährleistet werden.

Solidaritätserklärung der BAföG-Beratung des AStA

1. April 2006, 19:00 in Solidaritaet

Die BAföG-Beratung im AStA der Universität Bielefeld erklärt sich solidarisch mit den Studierenden und UnterstützerInnen, die auch nach Ablauf eines Ultimatums der Hochschulleitung das Protestcamp in der zentralen Unihalle aufrechterhalten.

Die vom Rektorat vorgeschobenen technischen Gründe zur Beendigung der Protestaktion haben sich heute bei einer fachkundigen Besichtigung als absolut haltlos erwiesen.

Die nunmehr praktizierte Protestform des zivilen Ungehorsams gegen die sachferne Machtpolitik des Rektorats begreift die BAföG-Beratung als einen notwendigen und wichtigen Schritt im Kampf gegen die Einführung allgemeiner Studiengebühren an der Universität Bielefeld.

Zu Beginn des neuen Semesters sind alle Studierenden und SchülerInnen aufgerufen, diesen Kampf fortzuführen. Das offene Protestcamp in der zentralen Unihalle stellt einen geeigneten Knotenpunkt dar, einen unabhängigen, entschlossenen und vielfältigen Widerstand zu beleben und zu entwickeln.

Die alltäglichen Erfahrungen in der studentischen BAföG- und Sozialberatung zeigen bereits jetzt eine kaum überwindbare soziale Schere beim Hochschulzugang und der Studienfinanzierung auf. Die Häufigkeit sozialer Ausnahmesituationen, die persönliche Folgen bis hin zum Studienabbruch nach sich ziehen, hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdreifacht.

Aus Sicht der studentischen BAföG-Beratung hätte die Einführung allgemeiner Studiengebühren verheerende Auswirkungen auf den sozialen Frieden an der Universität Bielefeld. Anstelle der seit Jahren vergeblich geforderten sozialen Verbesserungen zugunsten benachteiligter sozialer Herkunftsgruppen würde eine weitere Hürde geschaffen, die zwangsläufig eine noch deutlich verstärkte soziale Selektion nach sich ziehen würde.

Dieser vom Rektorat angestrebten Entwicklung können und müssen die Bielefelder Hochschulangehörigen in den kommenden Wochen und Monaten mit allen Mitteln Einhalt gebieten.

Gewerkschaften lehnen Studiengebühren in NRW ab (aus GEW NRW Aktuell - Ausgabe März 2006)

24. März 2006, 13:04 in Solidaritaet

“Es reicht!” Dies ist die Botschaft eines Flugblattes der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft in NRW, dass sich gegen die Sparpolitik der CDU/FDP-Landesregierung wendet. In jenem Flugblatt wird auch zur Hochschulpolitik Stellung genommen: Innovationsminister Pinkwart will in NRW Studiengebühren einführen. Der Entwurf für das „Gesetz zur
Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen”
(HFGG) liegt vor. Die DGB-Bezirkskonferenz NRW hat am 10. Februar 2006 beschlossen, dass sie jede Form von Studiengebühren ablehnt; „im übrigen fordert sie die Landesregierung auf, ein akzeptables Studienfinanzierungskonzept
vorzulegen, das geeignet ist, die Studierendenzahlen zu steigern, die Quote der Studierenden aus einkommensschwachen Bevölkerungsteilen zu erhöhen und die Studienbedingungen zu verbessern”.

Studierende zahlen drauf!
Von der Sozialdemontage an den Hochschulen sind auch die Studentenwerke betroffen. Insgesamt 8,2 Mio. Euro an Landeszuschüssen will die Landesregierung bei ihnen streichen. Nicht nur, dass die Studierenden mit Studiengebühren belastet
werden, jetzt werden auch das Mensaessen und die Mieten in
den Studentenwohnheimen teurer.

Drastische Kürzungen im Hochschulhaushalt
Innovationsminister Pinkwart will die Hochschulen von ihren „Fesseln” befreien und setzt – unter Verzicht auf staatliche Rahmensetzungen – auf den totalen Wettbewerb. Über ein neues „Hochschulfreiheitsgesetz” sollen die staatliche Fachaufsicht abgeschafft und die Hochschulen zu „eigenständigen Körperschaften” mit Arbeitgeberstatus umgewandelt werden. Bis 2015 soll NRW zum Innovationsland Nr. 1 werden.
In Forschung und Entwicklung sollte investiert werden. Doch im
Haushaltsentwurf 2006 wird gekürzt: Im Einzelplan Hochschule
um 36,5 Mio. Euro, bei den landesspezifischen Programmen um
knapp 23 Mio. Euro, die Grunderneuerung der math.-naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen
Institute wird von 8,8 Mio. Euro auf Null gefahren.
Auch die Frauenförderung steht zur Disposition und wird um 10,3
Prozent gekürzt. Die Studierendenförderung schrumpft um insgesamt 4,3 Mio. Euro.

Weitere Infos und das GEW NRW Flugblatt unter www.gew-nrw.de

Klassisches Konzert für das Protest-Camp

9. März 2006, 11:30 in Solidaritaet

Am Donnerstag, den 09.03.2006, um 13.45 Uhr wird die Bielefelder Gruppe LEBENSLAUTE für uns in der Uni-Halle aufspielen. Uns erwartet eine gute halbe Stunde kämpferisch-klassischer Musik von Menschen, die sich vielseitig für die Grund- und Menschenrechte engagieren. Es wäre klasse, wenn ihr zahlreich dabei seid.

Lebenslaute

Solidaritätserklärung der UNIted Hochschulgruppe

8. März 2006, 12:20 in Solidaritaet

UNIted: für freien Zugang zu Bildung! Gegen Studiengebühren!

Die Hochschulgruppe UNIted solidarisiert sich mit den engagierten Studierenden, die über vier Wochen das Rektorat der Universität Bielefeld einer der Studierendenschaft zuträglichen Nutzung zugeführt haben. Ausdrücklich solidarisieren wir uns mit den in der Resolution der BesetzerInnen niedergelegten Zielen.
Mit größter Besorgnis bewerten wir das Vorgehen des Rektors, wie des Rektorats! Nicht nur das über die ganze Zeit über von Seiten des Rektorates der Eindruck erweckt wurde, die BesetzerInnen seien gewalttätig und Sachbeschädiger.
„Der Konfrontationskurs, den das Rektorat seit der Senatssitzung am 01. Februar fährt, wurde kontinuierlich bis zur Räumung von der Unileitung durchgezogen“, stellt Thomas Siebenmorgen, Mitglied des Studierendenparlaments UNIted, fest. Es erscheint auch äußerst unprofessionell, den Auftrag für die Räumung an HochschulmitarbeiterInnen und ein privates Sicherheitsunternehmen, erteilt zu haben. Man kann von Glück reden, dass die BesetzerInnen nicht mehr im Rektorat waren. Es wäre nicht abzusehen, zu welchen Vorkommnissen es hätte kommen können, wäre das Rekorat weiterhin besetzt gewesen. Private Sicherheitsangestellte die nicht die Qualifizierung besitzen mit solchen Ausnahmesituationen umzugehen, auf friedlich- protestierende Studierende loszulassen, grenzt an grobe Fahrlässigkeit.
Unter anderem durch dieses Verhalten zeigt sich ein weiteres mal die Unfähigkeit des Rektors, treuhänderisch im Sinne der Studierendenschaft zu entscheiden. Offenbar verfügt das Rektorat nicht über das nötige Einfühlungsvermögen.
Daher besteht die Forderung nach Rücktritt des Rektors weiterhin. UNIted wird auch in Zukunft die Studierenden aus dem Rektorat soweit wie möglich unterstützen. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass die Besetzung so lange anhalten und auf solch positive Resonanz erzeugen würde. Ihr habt uns das Vertrauen in eine aktive, emanzipatorisch- demokratische Studierendenschaft, die sich nicht scheut, für ihre Interessen einzustehen, wieder gegeben.
Dafür von unserer Seite noch mal: Danke!

Solidaritätserklärung von Blauschwung e.V.

6. März 2006, 21:53 in Solidaritaet

Solidaritätserklärung mit dem Protestcamp in der Unihalle in Bielefeld und den Besetzerinnen und Besetzern des inzwischen geräumten Rektorats

Blauschwung – Verein für freie Bildungskultur – hält den seit 1. Februar anhaltenden Protest an der Uni Bielefeld gegen die Einführung von Studiengebühren, für eine freie Bildung, gegen das undemokratische Vorgehen des Rektorats und gegen die undemokratische Struktur des Senats für legitim – auch in der Protestform der Besetzung. Daher solidarisieren wir uns mit den Menschen, die das Rektorat mehr als vier Wochen besetzt gehalten haben und nun den Widerstand in Form eines Protestcamps in der Unihalle fortsetzen werden.

Die Aufgabe von Wissenschaft und universitärem Lernen kann nicht allein eine möglichst effiziente Vorbereitung auf das Berufsleben sein. Diese bloße Verwertbarkeitslogik von Wissenschaft halten wir für äußerst bedenklich. Vielmehr sehen wir es als eine Aufgabe von Bildung an, kritisch zu sein und gesellschaftlich ablaufende Prozesse (zum Beispiel die Ökonomisierung von Bildung) und gesellschaftliche Phänomene zu hinterfragen, um Veränderbarkeiten aufzuzeigen.

Dieser Anspruch der kritischen, selbstgesteuerten Bildung geht durch die Einführung von Studiengebühren tendenziell den Bach runter. Wer ständig den Druck von hohen Gebühren im Nacken hat, wird sich bemühen, möglichst schnell und unkompliziert das Studium hinter sich zu bringen. Doch gerade mit einer solchen Haltung dürfte eine kritische Forschung und Lehre zu kurz kommen. Daher und aus weiteren Gründen, die umfassend in der Resolution der BesetzerInnen und an anderen Stellen formuliert wurden, halten wir die Einführung von Studiengebühren für absolut untragbar.

Mit solidarischen Grüßen

Blauschwung e.V.

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen die Räumung des Rektorats

6. März 2006, 13:32 in Solidaritaet

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen eskalatives und “unsoziales” Vorgehen des Rektors Dieter Timmermann der Universität Bielefeld

JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen die gewaltsame Räumung,des besetzten Rekrorats durch private Sicherheitskräfte und die uneinsichtige Haltung des Rektors Timmermann. Weiterhin unterstützen JD/JL NRW die Forderung der Protestierenden nach einem Rücktritt des Rektors und einer Rücknahme der Entscheidung des Senats der Uni Bielefeld für Studiengebühren. Weiterhin ist es unhaltbar und gravierend undemokratisch, dass 252 ProfessorInnen zwölf Sitze im Senat innehaben, demgegenüber aber 17.500 Studierende nur vier Sitze.
“Persönlich kann ich nicht nachvollziehen, welcher Teufel Rektor Timmermann geritten hat, ein partielles Hausverbot, beschränkt auf das Rektorat, auszusprechen”, so der Landesvorstandssprecher der JD/JL NRW Sven Krause. “Mit diesem Schritt hat er sich nun vollends disqualifiziert. Deshalb fordern wir seinen Rücktritt und hoffen, dass das Vorgehen der BesetzerInnen ein Ansporn für andere Studierende sein wird, genauso zu handeln und sich nicht einschüchtern zu lassen.”
“Studiengebühren sind im hohen Maße unsozial und verstärken die ohnehin schon krasse soziale Ungleicheit der Gesellschaft nur noch mehr; unsere Solidarität gehört den BesetzerInnen”, so der Kreisverbandsvorsitzende Torsten Schulte der JungdemokratInnen/Junge Linke Bielefeld.
JungdemokratInnen/Junge Linke NRW verurteilen Studiengebühren aufs Schärfste. Wir glauben nicht daran, dass es durch die Einführung von Studiengebühren zu einer Qualtiätssteigerung der Lehre und der Ausstattung von Hochschulen kommen wird. Bildung darf nicht als Ware gehandelt werden. Sie muss für alle Menschen gleichermaßen frei und ohne Beschränkungen zugänglich sein und darf sich nicht an kapitalistischer Verwertbarkeit orientieren. Weiterhin müssen das Hochschulsystem dringend grundlegend demokratisiert und die Partizipation aller Beteiligten gewährleistet werden.
Weitere Informationen unter www.jungdemokratinnen.de und www.besetzung.kollima.de

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