Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Camp wurde geräumt!

2. April 2006, 15:47 in Presse-Mitteilungen

Das Bildungs-Camp in der Uni-Halle wurde heute durch Prodiac und deren Kollegen vom “Wachschutz Germania” gemeinsam geräumt.
Dazu wurde das große Zelt an die bunte Wand vors Audimax geschafft, die kleineren Zelte, anderes Zeug und Matratzen standen bis vor wenigen Stunden noch auf Transport-Wägelchen dort, wo vorher einmal das Camp gewesen ist.

Leute ohne Studenten-Ausweis von außerhalb wurden nicht hereingelassen, so z.B. die Frau von der Linkspartei, die uns unterstützen wollte.

geräumte Besetzer beim geräumten Camp

Heute abend ist für 18 Uhr ein Plenum geplant, auf dem das weitere
Vorgehen geplant werden soll. Erscheint zahlreich!
Gerade ab morgen ist es wichtig, daß in der ersten Semester-Woche
nochmal Präsenz gezeigt wird, um der Urabstimmung über Studiengebühren ab dem 24. April genügend Aufmerksamkeit zu verschaffen.

  1. Macht weiter leute!!! jagt Prodiac und TIMMY aus der UNI! Der kampf geht weiter.


    — Basti    2 April 2006, 16:12    #
  2. dann komm und bring Dich selbst ein


    Fabian    2 April 2006, 16:24    #
  3. Der Kampf ist gekämpft und verloren! Soviel Einsicht solltet ihr haben. Lasst uns lieber für eine sinnvolle Verteilung des Geldes kämpfen – aber ohne Camps, Besetzungen und Ex-Koksnasen.


    — Kanzler    2 April 2006, 16:48    #
  4. PRODIAC UND REKTORAT AUFS MAUL!!
    AB JETZT IMMER UND ÜBERALL!!!


    — Student    2 April 2006, 17:02    #
  5. Endlich hat jemand die Projektionsfläche fuer die Darstellungskünstler abgebaut.

    Protest ja, aber nur mit den anderen Studierenden und nicht auf so eine Art und Weise, bei der niemand weiss, was gemacht wird und in so einem dreckigen Zustand.

    Der Schandfleck der Uni ist endlich weg!

    Rektorat was aufs maul?....ja, dann werden wir bestimmt schneller ne lösung finden. Du IDIOT !!


    — Juergen    2 April 2006, 17:16    #
  6. Gewalt wurde von den Rektoratsbesetzern und den Campern immer konsequent abgelehnt. Deshalb fand die Räumung auch friedlich statt.

    Dieses Camp war auch nie ein Schandfleck. Es war ein legitimes Mittel des Protests. Es versuchte die Aufmerksamkeit der Studierenden und der Bevölkerung auf sich zu ziehen, damit über die geplanten Reformen der Landesregierung diskutiert werden kann. Denn diese Diskussion fand bisher nicht statt.
    Weder unter Intellektuellen, noch in einer breiten Öffentlichkeit.

    Statt dessen wurde über das Camp und seine Bewohner gelästert und seine Zweck in Frage gestellt. Die Lästerer hatten gleichzeitig nicht den Mut ihre Kritik den Campern selbst mitzuteilen.

    Während die “Räumung” geschah, sahen grob geschätzt zwanzig Studierende zu. Sie saßen mit Laptops herum. Einige surften im Internet, einige lachten.

    Trotzdem, das Camp war niemals alleine. Die Masse von emails, die die Camper bekommen haben, bestätigen das. Bundesweit zeigten Studierende und Bürger Interesse am Camp.

    Tatsache ist, dass der Protest nicht einschlafen wird. Blickt man auf die vergangenen Studierendenproteste in Berlin und Hamburg (http://www.refrat.hu-berlin.de/sowi/streikmedia/videos/)
    wird deutlich, welche Formen des Protestes möglich sind. Wenn Studierende eigene Protestlieder schreiben und singen, kreative Aktionen zu Tausenden durchführen, hat dies nichts mit Selbstdarstellung zu tun. Ganz im Gegenteil. Es ist eine Solidaritätsbekungung mit sozial Schwachen, mit Gruppen, die sich politisch nur gering durchsetzen können. Einfach weil sie, anders als die Wirtschaft, keine starke Lobby haben.

    Man wird hier weiter machen. Die zukünftigen politischen Entwicklungen in Deutschland werden dies erfordern. Wir dürfen alle gespannt sein, was noch auf uns zu kommen wird. Und es ist unsere Aufgabe entsprechend darauf zu reagieren. So ist das schon immer gewesen. Und so wird das auch immer sein.


    — Jörg    2 April 2006, 17:56    #
  7. Ihr seid Idioten, sorry, ich sympathisiere mit euren Zielen aber die Mittel die ihr einsetzt (oder vielmehr nicht einsetzt) sind wirkungslos und lächerlich.
    Das war keine Räumung (nur die Polizei darf gewaltsam räumen), dass war eine verschärfte Aufforderung zum Gehen der ihr Prompt nachgekommen seid. Ich habe eure Project als beispielhaft für ganz Deutschland (und darüber hinaus) angesehen aber jetzt wünsche ich mir das euch auf diesen Weg keiner mehr nachfolgt.

    Ihr seid eine Enttäuschung für alle Studenten die den Kampf noch nicht aufgegeben haben.


    — kt    2 April 2006, 18:00    #
  8. wow – ganze 6 leute haben heut protestiert – ihr superspezis… ihr seid die einzigen überhaupt – also weg mit euch


    — rotze    2 April 2006, 18:39    #
  9. Wenn über zwanzig Personen von “Germania Security” auftauchen und damit drohen alle Zelte abzubauen, auch wenn sich die Anwesenden wehren, würde ich dies als Räumung bezeichnen. Unabhängig davon, ob derjenige der sie durchführt eine Polizeiuniform trägt oder nicht.

    Und alle, die “den Kampf” noch nicht aufgegeben haben, möchte ich bitten, dies auch den entsprechenden Organisationen mitzuteilen (ABS usw.) Dort braucht man jeden, der kann.

    Wer Kritik äußert am Vorgehen der Camper, hatte jederzeit die Möglichkeit in der Camp-Organisation etwas zu ändern. Die Plena, die dreimal die Woche stattfanden gaben Gelegenheit dazu.

    Übrigens waren es auch deshalb nur sechs Leute, weil die “Räumung” an einem Sonntag geschah. Dass es “nur” sechs Leute waren spricht nicht gegen diese “sechs”, sondern für sie. Es ist einfach einer Millionenmenge hinter zu laufen. Schwerer ist es, sich einer Minderheit anzuschließen.


    — Jörg    2 April 2006, 19:01    #
  10. danke an den rektor und co, dass es endlich vorbei ist …


    — endlich vorbei    2 April 2006, 20:07    #
  11. Hallo Camper, bitte ne Info, was man morgen tun kann, hallo Jörg Du Flasche ;-) , anderen erzählen, das, was sie machen findste nicht gut, aber selbst nix konstruktives zu melden haben, ist ziemlich zweckfreies Feedback, nicht? Wenn Dir lieber wäre, es passiert stattdessen gar nichts, bist Du nicht besonders schlau. Ich warte auf Deine Vorschläge…


    — Suse    2 April 2006, 23:48    #
  12. Jo, Leute ! Ihr äußert alle nur ergotherapeutische Glasperlenspiele, aber ich werde mich mal trotzdem äußern.
    Zu beiden Seiten : Gewalt ist ein Weg, keine Lösung.
    Allerdings habe ich heute einen anonymen Anruf bekommen, der mir ebensolche Aktionen ankündigte und ich erklärte unsere Besetzungs- und ProtestCrew damit unsolidarisch und entsagte der Anfrage nach Unterstützung.
    Der Kampf geht weiter, aber wir haben da andere Vorstellungen.
    Allen, die den Protest und Einsatz der ganzen unterschiedlichen Studenten Scheiße fanden, verfluche ich hiermit und wünsche ihnen , dass sie mal so richtig in der Gosse landen und dann die “Demokratie” dieses Landes zu spüren bekommen.
    Außerdem lade ich sie zu einer persönlichen Begegnung ein. Dann können sie entweder mit mir wie zivilisierte Menschen oder – wenn sie drauf bestehen – mich zu einem fairen (kennen diese Leute das Wort überhaupt?) Zweikampf ohne Waffen herausfordern. Das praktiziere ich im sportlichen Rahmen ohnehin seit über 15 Jahren. (Oh, böse…)
    Die Kunst des Schwertkämpfers ist es, das Schwert nicht zum Einsatz zu bringen.
    MfG


    — Ingmar Riechert    2 April 2006, 23:52    #
  13. Ich meinte nicht Jörg, ich meinte kt, sorry. Habe den Namen falsch zugeordnet…


    — Suse    2 April 2006, 23:57    #
  14. Mein künstlerischer Copy/Paste-Beitrag:

    Geht eine Ente in den Gemüseladen und fragt den Verkäufer: Entschuldigen sie, haben sie Bier?
    Antwortet der Verkäufer: Nein wir haben kein Bier, wir sind ein Gemüseladen. Außerdem bist du eine Ente und dir verkaufe ich so wie so nichts.
    Am nächsten Tag kommt die Ente wieder. Wieder fragt sie den Verkäufer: Entschuldigen sie bitte, ich hätte gerne Bier, haben sie Bier?
    Der Verkäufer schreit völlig entnervt: NEIN! ICH HAB`S DIR GESTERN GESAGT, WIR HABEN NUR GEMÜSE! KEIN BIER! UND WENN DU NOCHMAL WIEDER KOMMST; DANN NAGEL ICH DEINE ENTENFÜSSE AM BODEN FEST !
    Es ist der dritte Tag, natürlich kommt die Ente wieder und fragt: Entschuldigen sie, haben sie Nägel? Der Verkäufer entgegnet gereizt: Nein nur Gemüse. Die Ente sagt:Gut, dann hätte ich gern ein Bier.


    — Villepin    3 April 2006, 00:30    #
  15. Mal ein offenes – negatives – Posting, dass es mir vielleicht durch entsprechendes Feedback möglich macht eure Ansichten zu verstehen. Denn manche Aussagen kann man so fast nicht stehen lassen. Über die gesamte “Protestbewegung”hindurch habe ich nur das Gefühl, dass sich a) an eine vergangene Bewegung – 68er etc. – angehängt wird und das aus sozialromantischen oder auch anderen Ansätzen und b) eine vermeintliche Solidarisierung mit der Arbeitnehmerschaft stattfindet. Das dem wohl nicht so ist, dürfte euch einleuchten. Denn das Argument gg. die Studiengebühren – sozial Schwache etc. – kann irgendwie nicht greifen. Hallo? Ihr habt Abitur, ihr seit anscheinend – zumindest was den Ausdruck angeht – nicht auf den Kopf gefallen zu sein und ihr studiert. Das ist wohl das, was wir ca. 15 Prozent aller anderen BürgerInnen schonmal an plus haben. Da kann mir keiner mehr mit dem arme Leute Klischee kommen und mir was vom “kleinen Mann” erzählen. Eins zu bedenken: der Leitspruch der Bewegung ist ja “Bildung muss frei sein”. Achja? Was kostet denn ein Meisterbrief – also das gewerbliche Pendant zum Diplom – für einen Gesellen? 10.000 Euro – mit Zuschüssen! Da protestiert keiner und steht auf. Natürlich sind die entsprechenden Gelder weg aus eurem Geldbeutel, aber wenn sich die Qualität der Bildung wirklich erhöht und die Gebühren nicht nur zum Stopfen von irgendwelchen Haushaltslöchern genutzt werden, why not? Schimmelnde Bibs und fast entmachtete FAKs sind doch ein eindeutiges Indiz das was falsch läuft. Und deswegen kann ich euren – durchaus selbstdarstellerischen und allzu-verigeistigten Protest nicht nachvollziehen. Die Zeit der “Bewegungen” ist vorbei und was aus den Alt-68ern geworden ist, lässt sich heute allabendlich in der Tagesschau bewundern. Versucht lieber Alternativen aufzuzeigen – wie die Bildungsquote etc. – anstatt euch mitten in eine Halle zu setzen und euch zu wundern warum alle anderen Studis glotzen. Ihr seit leider nicht die Friedensbewegung, denn – diese Frage müsst ihr euch gefallen lassen – wann habt ihr euch mal solidarisiert? Solidarität ist nämlich gerade nicht sich bei persönlichen Befindlichkeiten irgendwo hinzusetzen und unsinnigen Protest zu üben, sondern auch einzustehen! Schonmal ne Metaller-Demo mitgemacht? In Nürnberg um eure EXISTENZ gestritten? Mit Bergleuten gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze gestreikt? Nein? Dann Schluß mit eurer “Solidarität” und die entgültige Erkenntnis, dass dieser Protest nicht mehr ist als eure intellektuelle Spielwiese.

    Zum klarstellen: ich bin auch geg. die direkten “Eintrittsgebühren”, aber Mittel und Wege zur Finanzierung, für beide Seiten verträglich, können gesucht und gefunden werden.

    In diesem Sinne

    Kai


    — auch Student    3 April 2006, 07:26    #
  16. Hallo Kai, nur mal kurz: Ich habe von all dem, von dem Du da schreibst, von Alt-68ern, von Arbeiterbewegung, von schimmelnden Bibs etc. nirgends auch nur irgendwas gefunden, weder hier , noch im Uni-Forum, noch in Gesprächen, noch in meinem eigenen Studentendasein. Das gibt es alles gar nicht! Das hast Du Dir so ausgedacht. Du wirfst gewerbliche Zusatzabschlüsse mit akademischer Bildung durcheinander? Du glaubst, sich zu wehren ist altmodisch? Du bist ein Dummkopf!


    — Pete    3 April 2006, 10:25    #
  17. Also, wenn man sich das so durchliest werden durchaus Paralellen bewusst. Auch das eindeutige Nutzen von Parolen der sozialistischen Bewegung (Vögel fliegen etc.), sowie die verwendeten Kampf-Termini lassen deutliche Übereinstimmungen erkennen und ergeben sich von daher eher – wie aus meinem Kontext zu erkennen – aus einem interpretatorischen Ansatz, denn aus tatsächlicher Agitation. Was das wehren angeht… ihr wehrt euch ja nicht, sondern liefert der gegenseite nur argumente. wehren wäre etwas anders, zB sich am prozess aktiv zu beteiligen und dann zu bemängeln etc. gegenvorschläge liefern. mit besetzungen und kampf-prosa wird leider nichts mehr erreicht. und einen meister als gewerblichen zusatzabschluss zu diffamieren zeigt eindeutig die geisteshaltung unserer klientel… mir ist ein installationsmeister lieber als ein diplomierter kulturwissenschaftler. von dem einen hat die gesellschaft nutzen, der andere betreibt geistige diffamie…

    auf den dummkopf gehe ich jetzt mal – nonchalanter Weise – nicht ein


    — auch Student    3 April 2006, 12:11    #
  18. Kai, schonmal daran gedacht, dass die Kinder der streikenden Metallarbeiter, der Handwerksmeister usw. eventuell auch nicht auf den Kopf gefallen sind? Auch studieren könnten? Wenn das finanziell möglich wäre? Dass man sich genau für die hier einsetzt? Du beklagst fehlende Solidarisierung und entsolidarisierst dich aber. Kannst du nichts positives am Protest der Bielefelder finden? Für mich ist zum Beispiel eindeutig, dass NUR durch ihre Aktionen das Thema überhaupt in den Medien vorkam. Dass ihre Forderungen publik wurden. Hätten die einfach brav einen Infotisch aufgestellt und schön die Klappe gehalten, wie es dir wohl vorschwebt, hätte das alles erst recht niemanden gejuckt.

    Erschreckend finde ich nur, wie die Überzahl der anderen Studenten dann desinteressiert und unsolidarisch ist, weil ihnen vielleicht Stil oder Outfit der Aktionisten nicht passen, weil sie das “irgendwie uncool” finden oder denken “das bringt doch nichts”. Als ob die jeweiligen Protestierer und ihre mehr oder weniger gelingenden Aktionen wichtiger wären als der Inhalt des Protests. Ich frage mich, wie, die angeblich ja auch gegen die gebühren sind, von denen man aber außer Gemäkel in den Kommentaren hier nichts mitbekommt, eigentlich in den Spiegel schauen können, ohne sich bischen zu schämen. Ganz im Ernst. Was haben sie denn getan für ihre Ziele? Was haben sie denn Besseres erreicht als die Camper/Besetzer? Inwiefern sollten sie denen überlegen sein? Sind es nicht einfach Mitläufer?

    Autoritäre Charaktere?

    In Frankreich sieht man, was passieren kann, wenn man solidarisch ist. Aber Frankreich war Deutschland ja schon immer etwas vorraus. Hierzulande engagiert man sich lieber garnicht mehr, geht nicht einmal mehr wählen, ist diffus verdrossen. Jeder für sich, das ist das Motto.

    Denn “Dummkopf” fand ich auch überflüssig, und deine Argumente bedenkenswert.


    — Zaungaststudent    3 April 2006, 17:48    #
  19. Danke Zaungaststudent !
    Kai, du kennst mein Angebot (siehe oben).
    Der “Dummkopf” ist freie Meinungsäußerung.
    MfG


    — Ingmar    4 April 2006, 01:25    #
  20. 1.
    “Germania” hat das Hausrecht und darf Gewalt , wenn nötig , anwenden. Das sagte uns einer der führenden Köpfe persönlich in der Nacht nach der Räumung in mehreren kleinen , lockeren Gesprächen. (BGB)
    2.
    Alleine ich habe so viele Soli-E-mails von uns geschrieben, dass ich nicht mehr weiß wieviele.
    “Keine Soli zu zeigen” is Quatsch.
    3.
    Sie haben Brian verhaftet.
    4.
    ...

    MfG


    — Ingmar Riechert    6 April 2006, 02:12    #

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