Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Studierende besetzen alten Hauptbahnhof in Bochum

15. April 2007, 12:19 in bundesweit

Pressemeldung: STUDIERENDE BESETZEN ALTEN HAUPTBAHNHOF
Bochum, den 15.04.2006

Bochum. Im Rahmen des bundesweiten Vernetzungstreffens gegen Studiengebühren haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen Mitternacht AktivistInnen ein leerstehendes Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Bochumer Innenstadt besetzt. Das Haus an der Ecke Viktoriastraße/Konrad-Adenauer-Platz ist zur Stunde in einen selbstbestimmten Freiraum verwandelt worden, und die Studierenden feiern eine Party. An der demonstrativen Aktion nehmen unter anderem Studierende aus Berlin, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Essen, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Köln, Münster und Paderborn teil.

“Mit der Besetzung wollen wir unsere Solidarität mit der Freien Uni
Bochum ausdrücken, die Ende Januar gewaltsam geräumt wurde”, sagt Fredrik Dehnerdt vom bundesweiten Aktionsbündnis gegen
Studiengebühren. “Überall werden studentische Freiräume angegriffen und selbstbestimmtes Leben und Lernen unmöglich gemacht. Aber das lassen wir uns nicht einfach so gefallen. Als Aktionsbündnis rufen wir nicht nur zum Demonstrieren, Klagen und Boykottieren auf. Entscheidend in unserem Kampf für ein gerechtes Bildungs- und Sozialsystem ist es auch, Freiräume zurück zu erobern und neue zu schaffen.”

Die BildungsaktivistInnen fordern außerdem die Abschaffung der
Studiengebühren insgesamt, ein solidarisches Bildungs- und Sozialsystem sowie die radikale Demokratisierung der Hochschulen und der Gesellschaft.

Mit der temporären Aneignung des ehemaligen Bochumer
Hauptbahnhof-Gebäudes weisen die studentischen AktivistInnen außerdem auf die katastrophalen Bedingungen hin, unter denen Studiengebühren erhoben werden. “Wir unterstützen die Forderung der Bochumer Studierenden, die Studiengebühren für das laufende Semester auszusetzen”, so Fredrik Dehnerdt weiter.

“Wir freuen über dieses deutliche Zeichen der bundesweiten
Solidarität”, sagt Katharina Teiting von der Freien Uni Bochum. “Der heutige Abend zeigt einmal mehr, wie gut die studentische
Protestbewegung inzwischen vernetzt ist. Wir nehmen den Schwung aus den Massenprotesten vergangenen Semester mit in einen neuen Protestsommer: Das Vernetzungstreffen hat beschlossen, zu den Aktivitäten gegen die Hochschulrektorenkonferenz Anfang Mai in Gießen zu mobilisieren.”

Unter dem Motto “Block HRK” rufen bereits das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, die Landes-ASten-Konferenz Hessen und
Gewerkschaftsorganisationen zu einer dreitägigen Gegenveranstaltung vom 2. bis 4. Mai in Gießen auf. Ebenso werden sich die Studierenden an den Protesten anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm Anfang Juni beteiligen.

WEITERE INFORMATIONEN: – Im Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) sind etwa 300 Organisationen vertreten, die sich auf Grundlage des “Krefelder Aufrufs” gegen jede Form von Studiengebühren aussprechen. Es unterstützt Aktivitäten vor Ort und führt bundesweite Kampagnen für ein gebührenfreies Studium durch.
Siehe: http://www.abs-bund.de

- Die Freie Universität Bochum wurde am 22. Mai 2006 von Studierenden der Ruhr-Universität Bochum im Zuge der Proteste gegen Studiengebühren gegründet. Acht Monate lang hatte sich das besetzte “Querforum West” zu einem selbstorganisierten Veranstaltungszentrum auf dem Bochumer Uni-Campus entwickelt, in dem Vorlesungen, Workshops, Seminare und Kulturveranstaltungen stattfanden. Am 31.01.2007 wurde die Freie Uni von zwei Polizei-Hundertschaften gestürmt und geräumt. Seitdem treffen sich die Aktiven der Freien Uni in unterschiedlichen Räumlichkeiten, um die Angebote der FUB aufrecht zu erhalten und weiter für studentische Freiräume auf dem Bochumer Uni-Campus zu kämpfen.
Siehe: http://www.freie-uni-bochum.de

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