Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Demonstration gegen die anstehenden Bildungsreformen

24. Februar 2009, 13:13 in direkt-von-uns

Und immer wieder die gleiche Leier…

Jaja: Das Oberstufenkolleg wird kaputt reformiert, das wissen wir alle, und: Ja, es kann nicht mehr besser werden, und überhaupt – die alten Zeiten…
Diesmal gehen wir aber auf die Straße! Und zwar am 3.3.2009 um 10:00 Uhr.
Treffpunkt ist der Haupteingang des Obertstufenkollegs, von da aus geht es dann zum Siggi, über den Jahnplatz zum Alten Markt

Das Oberstufenkolleg steht für selbstorganisiertes Lernen und für einen gleichberechtigten Umgang von KollegiatInnen und Lehrenden. Selbstorganisiertes Lernen beinhaltet ja schon vom Wortlaut her, dass da jemand selbst etwas lernen möchte.
Dies setzt ein gewisses Interesse an dem voraus, was gelernt wird. Deshalb gibt es auf dem OS ein breites Fächerangebot und fächerübergreifenden Unterricht, was genau dies erreichen möchte. Dadurch wird auch erreicht, dass plötzlich Interesse auftaucht für einen Themenbereich, an dem man vorher nicht interessiert war. Man merkt, dass auch Kompetenzen aus anderen Fachbereichen nötig sind, um in einem Interessenfach weiter zu kommen

So lernen und lehren wir aber nicht regierungskonform.

Und deshalb wird sich das bald ändern: Ab Jahrgang 2010 werden alle Studienfächer gestrichen, die nicht im Zentralabitur sind (Frauenstudien, Gesundheitswissenschaften, Umweltwissenschaften und Geologie). Eins der beiden gewählten Studienfächer (an Regelschulen Leistungskurse) muss ein so genanntes Kernkompetenzfach sein; als solche betrachtet die Kultusministeriumskonferenz Deutsch, Mathe, eine fortgeführte Fremdsprache (meist Englisch) und im weiteren Sinne auch Biologie, Chemie und Physik. Eine weitere Grundkursprüfung im Abitur muss in Deutsch, Englisch oder Mathe stattfinden, je nachdem welches Fach schon über die Studienfachwahl abgedeckt ist, dieses kann dann nicht mehr gewählt werden. Sodass zwei von vier Abiturprüfungen in den sogenannten Kernkompetenzfächern stattfinden müssen.
Das bedeutet eine massive Beschneidung des Fächerangebots und der Wahlmöglichkeiten am OS. Die Regeloberstufe wird so auch an anderen Schulen weiter zementiert.
Vorrausetzung für die damit eingeführte Hierarchie zwischen Fächern ist, dass es zum Beispiel wichtiger ist, Mathe zu können als Soziologie oder Musik, auch wenn kein Interesse dafür besteht.
Mit dem nachlassenden Interesse verschwindet dann automatisch auch die Motivation zu selbstorganisiertem Lernen. Stattdessen können wir regierungskonform Mathe-Formeln aufsagen, sind somit gerüstet fürs Leben. Und universell gebildet. Das Ganze dann insgesamt mindestens 34 Wochenstunden lang statt den bisherigen mindestens 28 Stunden.

Diese Reformen führen das OS langsam aber sicher ad absurdum. Hinzu kommen die OS-internen Anpassungen statt einem konsequenten Widerstand gegen die Pläne der Landesregierung.

Wir stellen hiermit die sogenannten Kernkompetenzen in Frage.

Wir fordern das Oberstufenkolleg als wahrhaftige Bildungsalternative, als einen Ort an dem Persönlichkeitsbildung stattfindet.

Und das möchten wir auch den nächsten Generationen erhalten!

„Bündnis für ein freies Oberstufenkolleg“

siehe auch: Interview mit Lena Zimmermann zur geplanten ‘Reform’ am Oberstufen-Kolleg

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