Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Besetzt! ("Studentenpresse" vom 02.03.2006)

2. März 2006, 07:00 in Presse-Echo

Wir schreiben das Jahr 2006 n. Chr.. Ganz Deutschland ist von Gebührenbefürwortern besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Denn ein Gebiet leistet dem Eindringling tapfer Widerstand, ein kleines Dorf im Westen..

Zugegeben, ganz so klein ist das Dorf nicht, die Rede soll hier nämlich von Bielefeld sein. Denn während die Gebührengegner im Rest der Republik resigniert ihren Protest aufgegeben haben, geben die dortigen Studierenden alles – sogar die Nachtruhe im heimischen Bett. Denn im Bielefelder Unirektorat heißt es zur Zeit: Dieses Gebäude ist besetzt!

Was bis vor wenigen Wochen noch der Senatsraum war, ist jetzt das Wohnzimmer von 20 bis 70 Studierenden. Sie kochen, essen und schlafen hier und in den anderen Rektoratsräumen. Die Mitarbeiter werden nicht mehr zu ihren Plätzen durchgelassen, sie müssen sich ein anderes Plätzchen suchen. Doch auch das hilft nicht allzu viel. Haben sie nämlich eins gefunden, kommen sie nicht an ihre Arbeitsmaterialien – auch die Akten werden von den Studierenden unter Verschluss gehalten.

Vorwürfe, sie würden den Protest dazu nutzen, um sich einen schönen Lenz zu machen, müssen sie sich nicht gefallen lassen: Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Organisation von Infoständen wird ganz normal weiterstudiert.

Die Masse der 17.000 Bielefelder Studierenden steht jedoch nicht unbedingt hinter den Protestlern: Für viele dauert die Besetzung schon zu lange.

Quelle: Studentenpresse vom 02.03.2006

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