Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Spaltung und Entpolitisierung entgegen-treten!

6. Februar 2006, 14:59 in direkt-von-uns

Nach den durchweg neutralen Berichten in den ersten Tagen (abgesehen von einem unsäglichen WDR-Beitrag) setzen nun die Versuche der Medien ein, den Widerstand an der Uni Bielefeld zu brechen.

In einem Beitrag der Neuen Westfälischen (NW) von heute wird phantasiert, dass ein Teil der protestierenden Studies einer “Kompromissformel” in Sachen Studiengebühren zugeneigt wäre.

Im weiteren seien die BesetzerInnen “auf Distanz zu Aktionen wie Eierwürfen, Rektor besprüht, übelste Beschimpfungen und Herabsetzungen des Rektors” gegangen. Es sei von “Ausschreitungen” die Rede gewesen, die “von Einzelnen” provoziert gewesen seien.

Im weiteren gibt der NW-Artikel sich alle Mühe, die Rektoratsbesetzung und den Protest als vergnügliches Zeltlager darzustellen: “Die Studenten haben sich eingelebt, ‘nur auf dem Teppich schläft es sich etwas hart’”

Diesen leicht durchschaubaren Spaltungs- und Entpolitisierungsversuchen müssen alle BesetzerInnen nun entschieden und in aller Deutlichkeit entgegentreten. Eine Gegendarstellung zu dem Zeitungsbeitrag wäre da nur ein erster Schritt.

Sollten sich manche der angeblichen Aussagen als wahr herausstellen, müssen das Plenum und alle BesetzerInnen dafür sorgen, dass wirre unsolidarische Einzelmeinungen nicht weiter im Namen der BesetzerInnen nach außen getragen werden können.

Wir Studierenden kämpfen gemeinsam für unsere Ziele!
Entpolitisierung und Spaltung entgegen-treten!!

  1. Hey, ho!
    Ich verfolge die Entwicklung ja mit einem leichtem Schmunzeln. Ich finde man sollte nicht alles so ernst nehmen und so auf sich Wirken lassen, die Kontrolle von sich übernehmen lassen. Egal wie stark die Gefühle sind, die sich da so aufbrausen. Es bringt keinen Menschen weiter, wenn man sich so von Wut leiten lässt. Klar Emotionen sind nötig, aber auch blind…
    Also, immer locker bleiben und alles mit etwas Gelassenheit sehen. Realistisch betrachtet habt ihr keine Chance, irgendetwas an der Entscheidung zu ändern, solange ihr nicht bereit seid, eure Augen zu öffnen und der Wahrheit in die Augen zu sehen.
    Die Wahrheit ist, dass es keine Solidarität mehr gibt undter den Studenten. Wir sind uns alle fremnd und kaum einer wäre Bereit näher zusammenzurücken, so wie Ingo das so schön formuliert hat. Nein, die Wahrheit ist, dass sich die Leute nicht um die Belange der sozial Schwachen kümmern, alles was sie interessiert ist, dass sie zahlen müssen. Sie denken an die Einbüßen die sie selber machen werden müssen. Sie werden zB nicht mehr jeden Tag bei McDoof essen können, oder sich jede Woche eine neue CD oder DVD kaufen können. Das ist alles woran die meisten denken. Die Anderen sind unserer Gesellschaft nun mal, Fremde.
    Ihr werdet keine Resonanz finden, wenn ihr an das Mitgefühl der Mitkomillitonen appeliert, denn dieses ist schon längst tot, oder wenn es noch lebt, dann ist es völlig verkümmert.
    Das ist nun mal der Strom in dem wir uns befinden und auch ihr seid nicht viel anders. Auch bei Euch sind Hass, Verzweiflung und Wut der Antrieb eures tuns. Doch damit werdet ihr keine Insel errichten können, die den Fluten standhalten wird.


    — tut nichts zur Sache    6 Februar 2006, 22:45    #
  2. „Die Wahrheit ist…“

    Es freut mich, dass du dich so gut mit der Wahrheit auskennst und jede Form von Hoffnung vom Tisch wischt. Und doch: „Der völlige Verzicht auf Hoffnung ist das, was das Unheil nur beschleunigen kann. Eines der Elemente, die das Unheil verzögern können, ist der Glaube daran, daß es abwendbar ist.“ – Hans Jonas (1903-93), dt.-amerik. Philosoph (Quelle: http://www.zitate.de)

    Macht weiter so! Politisiert und diskutiert! Die Welt muss positiv gestaltet und darf nicht elitär verwaltet werden!


    — sven    8 Februar 2006, 11:06    #
  3. Ich begrüße hier vor allem, dass die fürchterliche Presseerklärung, mit der sich einige Günstlinge des Pilatus ihre Karrierewege an der Uni offen halten wollten, von diesem Blog verschwunden ist. Auch wenn einiger dieser mittels eines “weitereichenden Antrags” diese zementieren wollten, hatten sie vergessen, dass bereits vor der Presseerklärung die Entscheidung getroffen wurde, die Aktionen der unterschiedlichen AktivistInnen und Gruppen nicht nach außen negativ zu kommentieren. Ich begrüße sehr, dass hier wieder zur basisdemokratischen Kultur, in der nicht die Mehrheit, die Geschicke der Basis entscheidet, sondern der Konsens.

    Gruß,
    Homer


    — Homer    8 Februar 2006, 13:14    #
  4. Jammern ist relativ leicht, etwas aktiv zu tun hingegen schwer…


    — timon    8 Februar 2006, 15:39    #

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