Distanzierung von Fremdplakaten
Sehr geehrte Prof’in Dr. Elke Wild,
sehr geehrter Prof. Dr. Klaus Cachay,
sehr geehrter Prof. Dr. Hans-Schulte Nölke,
sehr geehrter Prof. Dr. Klaus Peter Treumann,
sehr geehrter Kanzler Hans-Jürgen Simm,
an alle anderen betroffenen Senatorinnen und Senatoren,
heute hingen in der Universität Bielefeld Plakate aus, auf denen Sie als Befürworterin bzw. Befürworter von Studiengebühren mit faschistoiden sowie rassistischen Äußerungen in Verbindung gebracht werden.
Die Besetzerinnen und Besetzer des Rektorats der Universität Bielefeld distanzieren sich von diesen Veröffentlichungen in aller Form! Ein solches Verhalten einzelner Gebührengegnerinnen und -gegner trifft bei unserer Gruppe auf völliges Unverständnis! Trotz des inhaltlichen politischen Dissens’ bezüglich der Einführung von Studiengebühren und anderer politischer Forderungen unsererseits, halten wir einen gegenseitigen respektvollen Umgang für unabdingbar wichtig! Ziel ist es unsere politischen Forderungen auf einer sachlichen Ebene im Sinn demokratischer Streitkultur zu diskutieren. Eine Polemisierung auf einer Ebene solcher Plakate entbehrt jedem Sinn für menschliches Miteinander! In unserer Gruppe werden Plakate und andere Publikationen im Plenum vor ihrer Veröffentlichung eingehend diskutiert und anschließend dementsprechend gekennzeichnet veröffentlicht. Eine Veröffentlichung dieser Art wurde mit dem Plenum der Besetzerinnen und Besetzer zu keiner Zeit abgesprochen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Besetzerinnen und Besetzer im Rektorat

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lol, ich komme mir hier so langsam vor, wie bei Star Wars. Es hat schon begonnen, die dunkle Seite der Macht ist sehr stark geworden. Nur eine kleine Schar Rebellen hat sich in einem sicheren Versteck verscharrt und kämpft für die alten Werte, der sozialen Gerechtigkeit… :-D
— tut nichts zur Sache 6 Februar 2006, 20:09 #
Hurra…
WIR sind die Guten.
ANDERE, am besten EINZELNE, GebührengegnerInnen sind böse, unmenschliche, eierwerfende CHAOTEN.
Die SEHR GEEHRTEN, FREUNDLICH GEGRÜSSTEN Rektoratsmitglieder und SenatorInnen haben sich bisher durch RESPEKT, SACHLICHKEIT, DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS und MENSCHLICHKEIT ausgezeichnet.
Ganz großes Kino.
Wenn sich hier noch länger irgendwelche Spinner als Gesamtvertretung des Gebührenprotestes aufspielen können, hat das Plenum jede Legitimation verloren.
Meine Solidarität gilt allen, die es ernst meinen mit ihrem Protest und Widerstand – das sind zur Zeit sicher nicht die Obermacker des BesetzerInnen-Plenums!!
Laßt uns gemeinsam gegen die Spalter zur Wehr setzen.
— T. 6 Februar 2006, 20:49 #
was für plakate waren denn das?
also ich bin auch der meinung, dass der widerstand der besetzer nicht annähern die einzig legitime art des widerstandes ist.
sollte nämlich der friedliche widerstand der besetzer keinen erfolg zeitigen, so wird widerstand anderer qualitäten notwendig. oder will die mehrheit der besetzer dann die segel streichen und sich in ihr schicksal ergeben?
die machtverhältnisse sind nun einmal so, dass unsere chancen auf “demokratischem” Wege gering sind. wenn es militanteren widerstandes bedarf, sollten wir uns nicht davor drücken.
trotz allem: Solidarität mit ALLEN gegnerInnen und eine inständige bitte an das plenum: setzt die sich gerade konstituierende bewegung nicht aufs spiel, weil ihr einzelne diffamiert und euch bei den wahren tätern einschleimt!
— ? 6 Februar 2006, 21:58 #
Einen Artikel zuvor kann man es lesen: die Warnung davor sich spalten zu lassen. Aber Ihr seid es so gewohnt, den Speichel von Autoritäten zu lecken, dass Ihr wohl nicht anders könnt. Was sollen Mama und Papa sagen, wenn Sie lesen, was da in Eurem Namen geschieht. Das werden einfach Professoren und deren Unantastbarkeit in Frage gestellt! Wo komm wir denn da hin, wenn plötzlich jeder nur auf sein gesundes Gerechtigkeitsempfinden hört anstatt die Tradition zu achten?
Wie naiv seid ihr eigentlich? Glaubt ihr ernsthaft, ihr könnt mit diesen Leuten, die ich bereits gezeigt haben, wie egal Ihr ihnen seid, einfach ein Schwätzchen halten und danach pusten sie und das böse Aua mit den Studiengebühren ist weg? Hallo!!! Erwachsen werden! Die Herrschaften spielen schon ein bischen länger als Ihr in der Liga! Die schenken Euch nichts, denn sie müssen es nicht.
Ich kenn die eine oder andere der genannten Profs auch – und fand sie immer ganz nett. Aber das war bevor sie Euch/Uns mit ihrer Entscheidung offen ins Gesicht gespuckt haben. Wenn Ihr Euch keinen Fleck ins Hemd machen und lieber wieder mit den lieben Onkels und Tantchens vertragen wollt, dann seid Ihr dort wo Ihr sitzt falsch! Dann geht zum Abschluss-Gottesdienst der Christen an der Uni! Obwohl … die Nummer mit der Tempelreinigung ist Euch wahrscheinlich zu “radikal” ...
— Angewidert 6 Februar 2006, 22:58 #
Ich find’s so cool ... wie vereint ihr eigentlich eure enorm demokratischen Werte mit der Besetzung des Rektorats? .... Da für euch ja ausschließlich freundliche Gespräche am runden Tisch zum demokratischen Prozess gehören, würd mich die Logik mal interessieren …
Was wollt ihr mit diesem Kuschel-Kurs eigentlich erreichen? Hilfskraftpositionen bei den Profs sichern? Huiuiui … wer weiß, vielleicht wird der mal mein Prüfer … ach ich weiß nicht … vielleicht sollt ich doch lieber n Knicks vor ihm machen … der sieht so wichtig aus …
Was macht ihr eigentlich, wenn der Timmi euch morgen sagt, dass er euch heute räumen lässt? Ich wette, ihr packt dann eure Sachen und geht, nicht wahr? Man will schließlich nix riskieren ... wer weiß, was die Zukunft bringt! Kommt Leute, nennt euch in Zukunft bitte nicht mehr BesetzerInnen sondern nur noch “vom Rektorat mit pädagogischer Großzügigkeite geduldete BesucherInnen” ... mehr verdient ihr nicht …
— Jakotee 6 Februar 2006, 23:06 #
Ey, diese Ärsche scheren sich n Scheiß darum, ob Leute, die von woanders kommen, dann noch in Deutschland studieren können. Ihr habt doch selbst in euren Flugblätern geschrieben, das die Studiengebühren rassistisch sind. Was soll dann dies schleimerei?
— Saliha 6 Februar 2006, 23:12 #
Es ist an der Zeit, die Agenten des Rektorats zu benennen – und ihnen die Möglichkeit zu nehmen, weiterhin im Namen der Besetzerinnen und Besetzer zu sprechen.
Nach den Äußerungen gegenüber der NW handelt es sich bei diesem Distanzierungs-Pamphlet um den zweiten Vorfall in kürzester Zeit, der einzig zum Ziel hat, den Protest auszubremsen.
Es reicht.
— ernsthaft sauer 6 Februar 2006, 23:52 #
Hmm, es ging doch vor allem um den Flyer, der mit Gesichtern und satirisch (?) ueberzogen rassistisch-faschistoiden Aussagen, die diesen Personen in den Mund gelegt wurden, verteilt wurde.
Den fand ich schon sehr herb, da er zum Einen die Personen ganz klar in eine Ecke stellt und stigmatisiert, und zum Anderen simplizistische verkuerzte Erklaerungsansaetze verfolgt.
Haett ich nicht so gemacht, denn das dann doch zu schweres Geschuetz und spaltet meines Erachtens die Front der GegnerInnen.
Allerdings sehe ich auch bei einigen der EntscheiderInnen nuetzlichkeitsrassistische Positionen, wenn mit einem Schulterzucken in Kauf genommen wird, dass noch mehr Personen ausgegrenzt werden durch die Gebuehren und nicht anerkannt wird, dass in dieser Welt der Reichtum nicht gerechtfertigt krass ungleich verteilt ist. Zusammen mit den im Gespraech befindlichen NCs und geforderten Auswahlrecht der Hochschulen darueber, wer dort studieren und wer abgewiesen werden kann, passt dann die Abwandlung des Beckstein’schen Spruchs:
“Wir brauchen die Studierenden, die uns nutzen, und nicht die, die uns ausnutzen.”
Da finden sich national-konservative und neo-liberale Kraefte, und da gilt es auch klare Worte zu finden.
Die Personen, die da im Senat und Rektorat sitzen, wurden alle nicht dazu gezwungen, 1. da zu sitzen, sondern haben persoenliche Gruende gehabt, sich in diese Position als einflsusreiche EntscheiderIn zu bringen, 2. koennen diese Personen doch wohl kaum allen Ernstes Autonomie der Hochschule fordern (also weniger Einfluss des Staates und dessen Buerokratie), sich dann aber beschweren, eine Entscheidung fuer oder gegen die Einfuehrung von Studiengebuehren vor Ort faellen zu muessen.
Das ist doch alles paradox, damit diskreditieren sie sich selber. Wer sich rausnimmt, im “System” mitzumischen und ueber die Koepfe Anderer auch fuer diese schwerwiegende Entscheidungen zu treffen, muss dazu auch stehen.
— Stefan 7 Februar 2006, 12:55 #
Dürfen wir (und jedem ist die möglichkeit gegeben dieses wir zu definieren)
nicht entscheiden was “wir” für positionen vertreten ?
Ich weiß nicht was genau eine distanzierung mit spaltung zutun hat (den die distanzierung liegt mit einer endscheidung zusammen die vom “wir”, oder mindestens denen die darüber mitendscheiden möchten getroffen wird) zutun hat.
Wenn Einzelpersonen diese Meinung über die Profs vertreten und das Puplik machen wollen sollen die das tun.
Aber ich möchte ebenso nicht das dies in meinem Namen geschieht….
Das ist meine Meinung zu diesem Thema….
ich bitte Rechtschreibfehler zu endschuldigen
— Basti 7 Februar 2006, 18:04 #
Eine Distanz ist ein Raum zwischen zwei Variablen. Spaltung ist ein Raum zwischen zwei Variablen.
Es gibt Menschen die protestieren, hier genannt P. P=a+b=Gegen Proff Entscheidungen.
dabei ist:
a=gegen Proffs
b=nicht gegen Proffs
also gilt jetzt
a nicht =P-b
b ist nicht =P-a
weil a sagt wir haben nichts mit b zu tun.
Das ist Spaltung durch Distanzierung von einem Teil einer Gruppe, es ist eine Armutszeugnis, wenn man sich nicht mit anderen, die das gleiche Ziel haben, solidarisch erklären kann. Dann seid ihr auf einmal wieder eine Minderheitenregierung der Protestbewegung, wie es dem Senat als Stellvertretergremium, vorgeworfen wird.
Wenn eine Armee in den Krieg zieht, dann können nicht die einen aufhören zu schießen, weil die anderen andere Gewehre haben.
— RektoratAbsetzenFreiheit - RAF 7 Februar 2006, 18:39 #
Für alle Interessierten: Das Plenum hat sich heute um 19.30 Uhr, nach ein paar Verfahrenstricks einiger WortführerInnen, mit ca. 30:2 Stimmen DAFÜR ausgesprochen, die Spaltungen der letzten Tage aufrechtzuerhalten und fortsetzen.
An das Plenum: Für mich habt ihr die Legitimation abgegeben, für die Protestierenden zu sprechen. Kocht weiter euer Süppchen – und wundert euch nicht, wenn andere verstärkt ihr eigenes kochen.
Schade, aber wahr.
— T. 7 Februar 2006, 20:05 #
Was ist Stand der Dinge?
Ein Mensch hat heute, stellvertretend auch für unsere Bezugsgruppe, im Plenum dargelegt, warum die Äußerungen einzelner BesetzerInnen gegenüber der NW sowie die “Distanzierung von Fremdplakaten” als Entsolidarisierung und Spaltung der Proteste anzusehen sind.
Die Diskussion darüber verlief weitgehend knapp vorbei am Thema, aber sachlich. Die Meinungen im Plenum waren diffus geteilt.
Zum Ende der Debatte sollte der Antrag stehen, die “Distanzierung von Fremdplakaten” von der offiziellen Besetzungsseite zu entfernen – sowie ein Appell, zukünftig spaltende Stellungnahmen zu unterlassen bzw. zu verhindern.
Über diesen Antrag ist allerdings gar nicht abgestimmt worden – da zuvor der “weiter reichende” Antrag eingebracht wurde, vergangene Plenumsbeschlüsse aufrechtzuerhalten. Diesem Antrag stimmte die große Mehrheit des Plenums zu…
Abgesehen von den Verfahrensfragen hat sich unserer Meinung nach manifestiert, dass es von Teilen des Plenums sehr bewußt gewollt ist, dass “die BesetzerInnen” über die Rechtmäßigkeit anderer Aktionen sich weiterhin anmaßen zu entscheiden und sich auch öfentlich zu äußern. Diese politische Entscheidung war sicher nicht von allen intendiert, wurde im Abstimmungsverhalten aber eindeutig getragen.
Dass durch die gestrige “Distanzierung” ebenso ein wiederum älterer Plenumsbeschluß aufgehoben wurde, sich NICHT zu Äußerungen und Aktion anderer zu verhalten, wird wohl den meisten bewußt gewesen sein.
Für uns hat sich der Eindruck manifestiert, dass die WortführerInnen es erreicht haben, sich als Widerstands-Polizei aufspielen zu können, die schweigende Mehrheit im Plenum dafür zu instrumentalisieren und ihre dogmatische Politik zu gestalten.
Über die Konsequenzen gibt es bei uns unterschiedliche Auffassungen: Neben dem naheliegenden Rückzug aus der nicht mehr vorhandenen Einheit “der BesetzerInnen” und der Konzentration auf die eigene Politik sind andere der Auffassung, der Besetzungs-Polizei nun nicht noch weiter das Feld überlassen zu dürfen.
Hier muss – nach der deutlichen Positionierung heute – das Ziel ausgerufen werden, die entsprechenden WortführerInnen aktiv zu isolieren. Das ist nur durch eine verstärkte und kontinuierliche Beteiligung an den Plena und eine Einbindung in die “Komitees” möglich, zugegeben ein ziemlicher Kraftaufwand ohne Erfolgsgarantie.
Hierzu rufen wir dennoch – wie gleichermaßen zu selbstbestimmer, konfrontativer Politik auf allen Ebenen und mit allen Mitteln – auf.
Der Spaltung – und den SpalterInnen – konsequent entgegen-treten!
Keine Solidarität mit EntsolidarisiererInnen!
Gegen Studiengebühren, Sozialabbau, Rassismus und Neoliberalisierung!!
— Unterstützungsgrüppchen 7 Februar 2006, 21:26 #
na, ihr superspacken. jetzt ist es euch mit eurem schweigen gelungen daß ein paar konservative arschlöcher die fitten leute vertreiben konnten. danke auch an die penner, die ein fachschaftstransparent abgerissen haben. danke auch für die hetze gegen das astaflugblatt. viel spaß auf a3 mit euren fucking gitarren, euren fucking sprechern, euren fucking regeln, euren fucking plena, euch 30 gegen den rest den welt. viel spaß bei eurer fucking karriere, ihr arschkriecher. und tschüß
— gegen studiengebühren, ohne euch 8 Februar 2006, 00:26 #
Ich weiß gar nicht was ihr gegen studiengebühren habt, dann beeilen sich wenigstens alle!
Wir sollten lieber über ne Stelle nachdenken, wo wir uns beschweren können wenn die übung, vorlesung,AG… mal wieder viel zu voll ist
Weil wenn wir bezahlen müssen, dann will ich auch die Chance haben schnell die teure uni wieder zu verlassen!!
— Student 8 Februar 2006, 00:32 #
moment mal! das kann ja nicht die lösung sein!!!
gerade jetzt ist es nötig, dass alle gegner gemeinssm auf a3 gehen.
es kann nicht sein, dass das zugegeben bescheuerte verhalten mancher besetzer jetzt alle verscheucht, die anderer meinung sind. wir müssen gemeinsam einen möglichst breit angelegten und !solidarisch -produktiven! diskurs beginnen. wir müssen heraus finden, welche art von widerstand unter welchen voraussetzungen von möglichst vielen getragen werden kann. wir dürfen uns nicht gegenseitig zerfleischen, denn genau das ist timmermann und seinen schergen nur zu recht. er wusste genau, dass die zeit ihm in die hände spielt, wenn er nur möglichst still hält.
also verdammt nochmal, macht ihn nicht glücklich.
sein plan darf nicht aufgehen!
— ? 8 Februar 2006, 00:42 #
wenn du für studiengebühren bist, dann zahlen dir wohl mami und papi dein studium, wie?
also lass dir von mir, tatsächlich einem der sehr wenigen arbeiterkinder auf dieser uni, sagen, wie schwer es ohnehin jetzt schon ist die finanziellen mittel fürs studium zu beschaffen. die qualität meines studiums, und sicher auch vieler anderer, wird nicht steigen, wenn ich nebenher noch 15h die woche arbeiten muss. dann brauch ich nämlich länger als normal. und gerade als bachelorstudent ist die arbeitsbelastung schon unleugbar hoch!
also wenn du die eliteuni willst… mach dir gedanken, was sie für opfer erfordert, auch wenn du vielleicht weniger betroffen bist…
— ? 8 Februar 2006, 00:49 #
In diesem thread wird sehr deutlich, von wem eine Spaltung ausgeht und betrieben wird.
Ich selbst war bei dem Plenum nicht anwesend, aber ich kann die BesetzerInnen nur unterstützen. Die Plakate waren niveaulos. Das heißt nicht, dass sie nicht auch einen wahren Kern beinhaltet haben, rechtfertigt aber nicht die Form.
Wenn damit ein paar Leute ein Problem haben, finde ich es konsequent von ihnen zu gehen. Viel Spaß auf dem weiteren Weg zur Weltrevolution!
— Ingo 8 Februar 2006, 11:44 #
Die “Spaltung” die hier von statten geht war ja vorraussehbar, es gibt nunmal leute die “aktiver”
als andere seien wollen.
Wenn man ihn der vorgehensweise “aggressiver” ist als jemand anderes dann muss man auch damit rechnen kritisiert zu werden.
Wenn ihr (die die sich ausgeschlossen fühlen, gespaltet) gehen wollt ist das euer freies Recht und ich wünsche euch ehrlich trotzdem viel erfolg bei dem was ihr tut
aber das ist nicht der Weg den die Mehrheit gehen wollte.
— Basti 8 Februar 2006, 13:12 #
“Ach wie schoen ist Panama.” Sprachs und ging…
— Noriega 8 Februar 2006, 14:05 #
ich denke auch, daß es um eine distanzierung zu den plakaten/ -inhalten und nicht zu den personen/ der sache geht. ich finde es allerdings schade, daß sich einzelgrüppchen bilden. gemeinsam ist man stärker…
— tantor 8 Februar 2006, 14:10 #
@Basti:
Nur dass sie nicht nur kritisiert wurden – stattdessen hat man deutliche gemacht, dass sie nicht zu “den BesetzerInnen” gehören, denn diese haben ja die Distanzierung unterschrieben. Und nochmal: Es gab zuvor einen Beschluss des Plenums, sich nicht in dieser Art zu den Aktionen anderer Gruppen zu äußern. Aber Plenumsbeschlüsse sind nur dann bindend, wenn die richtigen Leute das einfordern. Das ist ein alter Hut. Aber solange Leute mitmischen, die in der uni-Verwaltung gern Karriere machen wollen, sind Interessenkonflikte ohnehin an der Tagesordnung
— Homer 8 Februar 2006, 17:43 #
dem antragsteller gestern ging es einzig darum, dass das plenum sich nicht gegen aktionen anderer wendet.
um welche aktionen es sich handelt, stand seitens des antragstellers offensichtlich nicht im vordergrund. er sagte, er hätte das gleiche gefordert, wenn die besetzer sich von (sinngemäß) “demokratieblinden einzelpersonen, die ihre kommilitonen mit unterschriftenlisten und schlechter musik belästigen” distanziert hätten.
wie dem auch sei: das plenum hat explizit beschlossen, weiterhin den part der bullen spielen zu wollen. ob das allen so klar war, sei dahingestellt – das wird wohl die zukunft zeigen.
— - 8 Februar 2006, 19:59 #
Unsere schöne Studentenzeit, beginnt mit Arbeit als Zeitvertreib.
Bildung müssen wir bezahlen, damit Landes Mühlen mahlen.
Waren wir einst mal Denker, drehen wir jetzt am Taxi Lenker.
Morgens ins Auditorium, abends machen wir den Körper krumm.
Aber da brauchen wir nicht weinen, man sollt ja meinen,
daß Arbeit den Geist befreit, dann stehen wir eingereit,
mit all jenen Sklaven, seis im Werk oder im Hafen.
Jetzt brauchen wir nicht mehr lesen, Gebühren sind der Unis Wesen.
Keine Fahne brauchen wir hissen, denn Bildung werden sie nicht vermissen.
Auf die Straße brauchen wir nicht, Wissen bekommt ein neues Gesicht.
Monitäre Eliten, werden uns schon das Richtige bieten.
Jeder soll das seine löhnen, dann könn´ wir uns mit ihn´ versöhnen.
Nur die Reichen und die Schönen, können ihr Leben mit Wissen krönen.
Nach der Uni Geld besorgen, ein Kredit wartet morgen.
Zinsen interessieren nicht, Wissen war mal unser Licht.
Liegt die Zukunft jetzt im dunkeln, „nein“ hören wir sie munkeln.
Denn die Kinder betuchter Sippen, werden uns bald vorwärts schippen.
Und für diese werden wir brechen, unsere Körper ihr Versprechen.
Auf nun in die Zukunft, mit Jobbs für Alle in jeder Zunft.
Verdrängen werden wir dort Keinen, an den Hammer zu den Steinen.
Früher wußten wir noch was, jetzt frönen wir der Dienstherrschaft.
Aber wir wolln jetzt nicht verzagen und den Schritt vorwärts wagen.
Vom Müßiggang sind wir befreit, in unserer schönen Studentenzeit.
— C. Yardley - Student 9 Februar 2006, 01:02 #
Ich bin entsetzt, was für niveaulose Argumentationsgänge (das ist meine Meinung) hier vollzogen werden.
Noch einmal, es gibt ein Protokoll zum Nachlesen, was wirklich im Plenum beschlossen wurde.
Und zu dem Thema folgende Infos:
1.) Die aufgehängten Plakate wurden von Vielen auf die Gruppe der BesetzerInnen zurückgeführt. Daher war es nötig, klarzustellen, wie es dazu steht.
2.) Die Plakate wurden abgelehnt, da sie faschistoid sind (vielleicht auch zynisch) und in einem Rechtsstaat gegen die Menschenwürde verstoßen.
Noch einmal an die SpalterInnen:
Einerseits berufen wir uns aufs Grundrecht auf Bildung und lehnen Studiengebühren ab, aber dann sollen wir die Menschenwürde verachten mit derartigen Plakaten? Studiengebühren haben nichts mit Faschismus zu tun, sondern Neo-Liberalismus!
— Jan 9 Februar 2006, 11:47 #
„Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen!“
— Max Horkheimer 9 Februar 2006, 12:09 #
dass es ganz enge verknüpfungen zwischen neoliberalismus und faschismus gibt, sollte dir aber bewusst sein!!!
— ? 13 Februar 2006, 17:37 #
Als Nicht-Bielefelder habe ich die Plakate nicht gesehen, kann mir aber vorstellen, dass diese bei einigen Gebühren-Gegner_Innen auf Ablehnung stoßen. Aber, wenn ich die Kommentare richtig verstanden habe, konnten auch 2 der Besetzer_Innen mit diesen Plaktaen sympathisieren. Bei derart entscheidenden Fragen, wie weit einzelne Personen gehen wollen, lohnt es sich, die Meinung einzelner zu respektieren. Und DAS funktioniert einfach nicht mit Mehrheitsbeschlüssen. Tut Euch selbst einen Gefallen und führt ein Konsensprinzip wieder ein.
Und denunziert nicht die Versuche einzelner Gebührengener_Innen, nur weil es nicht Euer Stil ist. Ansonsten wird das näxte Flugblatt doch nur wieder ein “die Arschkriecher vom Rektorat” beinhalten.
Übrigens: Auch ich teile die Ansicht, dass es zwischen Studiengebühren und Sozialabbau einen Zusammenhang gibt, und auch zwischen Kapitalismus und Faschismus (und ja, es gibt echt viele anerkannte soziologische Theroetiker_Innen, die das aufzeigen). Und wer nun noch feststellt, dass der Sozialabbau dem Kapitalismus geschuldet ist, kann die einzelnen Bruchstücke aneinander reihen….
— slr 13 Februar 2006, 19:51 #