Rettet die Bildung! (Uni-Bielefeld)

Die "Bildungs-RetterInnen" kämpfen für eine freie Lebensgestaltung und ein freies Studium für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Hautfarbe, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung.

Resolution

7. Februar 2006, 21:04 in Materialien

Nach vielen anstrengenden Diskussonen haben wir uns auf einen gemeinsamen Konsens über unsere Ziele und unsere Kritik einigen können. Als Ergebnis dieses Prozesses steht nun die Resolution der Besetzung, die ihr hier als PDF herunterladen könnt:

Resolution der Besetzung vom 7. Februar 2006

  1. Ich beantrage, den Begriff ‘bildungsferne Schicht’ gegen den direkter greifenden ‘finanzferne Schicht’ auszutauschen.

    ‘bildungsfern’ verschleiert meiner meinung nach den eigentlich elementaren ursach-wirkungs-mechanismus!

    -> du schubst eine kakaotasse um -> die tasse fällt auf den boden -> folgen: tasse kaputt, bauch leer (kein kakao drin), fußboden dreckig (viel kakao drauf)... alles nur, weil du die tasse umgeschubst hast!

    analog kann ich – wenn ich den semantischen gehalt der ausdrücke abziehe, um die eigentliche funktion transparenz zu machen, sagen: kinoferne schicht, luziwitongs-taschen ferne schicht, neuestes-mobphone-haben-ferne schicht…

    Es geht in erster Linie nicht um das, was man sich aufgrund des wenigen Geldes nicht leisten kann, sondern um die Tatsache, dass zu wenig Geld da ist!

    wenn ‘der kleine mann/die kleine frau’ mehr geld in der tasche hätte, bzw. gelder gerechter verteilt wären, dann wären diejenigen so manchem ding näher – natürlich auch der bildung…

    im gegenzug stelle ich bei meinen zum teil außerordentlich gut betuchten komilitonInnen so oft eine so außerordentliche ferne von bildung und weisheit fest, dass ich mich wirklich frage, ob mehr schlauheit in die puppenhirne kommt, nur weil sie ihr teuer bekleidetes popöchen nicht mehr auf der uni-treppe sondern auf einem elfenbeinturmstülchen pflanzen können…


    — zoe    7 Februar 2006, 22:41    #
  2. p.s. damit meine ich die mädelspopöchen ebenso wie die jungspopöchen.


    — zoe    7 Februar 2006, 22:46    #
  3. “im gegenzug stelle ich bei meinen zum teil außerordentlich gut betuchten komilitonInnen so oft eine so außerordentliche ferne von bildung und weisheit fest, dass ich mich wirklich frage, ob mehr schlauheit in die puppenhirne kommt, nur weil sie ihr teuer bekleidetes popöchen nicht mehr auf der uni-treppe sondern auf einem elfenbeinturmstülchen pflanzen können…”

    hast recht.
    vorallem von der seite kommen auch häufig sehr negative kommentare bezüglich der aktion (von wegen die spinnen doch eh alle etc pp)
    die feststellung durfte ich heute jedenfalls machen :/


    — swantje    8 Februar 2006, 00:04    #
  4. Ich möchte mal theoretische Überlegungen posten; leider ist das gerade eher stichpunktartig, aber konstruktiv gemeint: – Das Defizit, von dem was sie wissen zu dem was sie nicht wissen ist größer, also im Wachsen. Das bezieht sich auf eine demografische Differenzierung. – Der Wissensvorsprung (nicht unbedingt in der Quantität) ist größer, deshalb können die “Eliten” so fungieren wie
    sie es tun – Eine Revolution funktioniert nicht (nur) durch Gewalt (gegen Eliten), sie funktioniert aber durch “radikale” Aufklärung – Diese Form der Aufklärung funktioniert, aber nur durch eine Kommunikation (sprichwörtliche), die dem (leider) defizitären Status der breiten Masse verständlich ist. “Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.” sagt der Volksmund. – Die Normalität der Masse funktioniert eben auf auf einem quantitativ anderem Niveau, als die der Eliten. – Gewalt (sollte also)gegen Nichtwissen fungieren – Aufklärung funktioniert nur dialogisch – Argumente gegen Studiengebüren müssen demnach der Normalität des “Arbeiters” prasent bzw präsentiert werden!
    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    — RAF RektoratAbsetzenFreischerler    8 Februar 2006, 01:22    #
  5. Wer sagt eigentlich, daß ich nicht in Bildung investieren will?
    1. Bin ich denn nichts? Ohne “Nachwuchs” gibts auch keine neue Bildung!
    2. Vom finanziellen “nicht wollen” kann man auch nicht reden; ich KANN nicht. Die Existenzberechtigung (wohnen, essen, Schreibwaren/ Bücher,...) ist in Zeiten des Euros verdammt teuer! Billiglöhne erschweren die Eigenfinanzierung zusätzlich. Die Zeiten/Zustände des Wirtschaftswunders sind vorbei Herr Timmermann!


    — ....    8 Februar 2006, 16:50    #
  6. Im ersten Teil schreibt ihr, dass das Bundesverfassungsgericht und das Hochschulrahmengesetz des Bundes festlegen, dass es eine Mehrheit der Professoren im Senat gibt. Unter “Folgerungen” meint ihr dann, der Senat soll seine Mehrheitsverhältnisse ändern. Also was denn jetzt?

    In der Resolution habt ihr noch mal fast alle meiner Vorurteile über euch bestätigt – Eure politischen Meinungen sind in der demokratischen Wirklichkeit Deutschlands wohl nicht mehr vertreten, naja sagen wir bei der PDS aber die gibts hier vor Ort ja kaum… Und wenn ihr glaubt dass ihr mit dem Wisch die Mehrheit der Studenten vertretet seid ihr komplett auf dem Holzweg!
    20-mal “gesellschaft…” in so einem Text, “Umverteilungspolitik von unten nach oben” Sagt mal, was raucht ihr da oben im Rektorat?

    Ok mal eine Denkaufgabe: ihr habt zwar schön Steuerausfälle tabelliert aber sagt doch mal etwas konkreter wo denn 200 Millionen € (das würden Landesweite Studiengebühren bringen) herkommen sollen, wenn wir nicht weiter den Gang in den Schuldenstaat wollen? Die Steuern aus eurer Tabelle gehen hauptsächlich an den Bund und an die Kommunen, also kommt mir nicht damit… Also, wo soll gekürzt werden?


    — Henning    9 Februar 2006, 13:15    #
  7. Wieso Kürzen? Mehreinnahmen von Menschen und Unternehmen die es sich leisten können, warum redet eigendlich keiner davon, dass auch Profs und Mitarbeiter der Hochschule sich an den Gebühren beteiligen sollen? Steuerpolitik ist ungerecht, sollange riesige Unternehmen keine Steuern zahlen und sich das LAnd nichtmals so wichtige Ausgaben wie die für Bildung leisten kann!!!
    Steuerpolitik ist ungerecht, wenn für jeden “SCheiß” Geld da ist nur nicht für Bildung!


    — Vera    9 Februar 2006, 14:00    #
  8. Herr Timmermann nahm die Resolution nicht einmal persönlich entgegen. Wenn das nicht ein weiterer “Schlag ins Gesicht” ist…


    — mira    9 Februar 2006, 15:08    #
  9. @Henning:
    die professorale Mehrheit im Senat ist durch das Bundesverfassungsgericht lediglich für Fragen, die unmittelbar die Wissenschaft betreffen, festgelegt. In anderen Fragen ist der erweiterte Senat durchaus in der Lage, die Stimmengewichtung der einzelnen Statusgruppen im Senat eben durch eine Änderung der Grundordnung zu verändern und dies ist es, was wir fordern.

    Und wen wir mit unseren Positionen vertreten spielt erst dann eine Rolle, wenn alle Studierenden ebenso wie die Mitglieder des Mittelbaus die Möglichkeit haben, ihre Positionen angemessen, auch in den entscheidenden Gremien, in einer echten Auseinandersetzung ein zu bringen.


    — kathrin    9 Februar 2006, 17:40    #
  10. @ henning:

    also an deiner stelle würde ich mal nicht unterschätzen, wie viele studierende sich in der resolution wiederfinden!!!

    auch wenn es nicht modern ist, herrschende verhältnisse radikal zu kritisieren und grundlegende veränderungen zu fordern, so tun das doch unzählige personen auch hier in bielefeld. übrigens sind das nicht unbedingt nur die bösen linken.
    und manche strukturellen probleme kannst selbst du nicht leugnen. so ist es kein geheimnis, dass die aktuelle situation in mängeln des wirtschaftlichen und politischen systems begründet ist.


    — ?    9 Februar 2006, 22:11    #
  11. ”[...] Wir fordern die
    Einführung einer Stimmengewichtung der Mitglieder des Senats bei Fragen, die nicht
    unmittelbar die Wissenschaft betreffen, wie folgt: ProfessorInnen x1, wissenschaftlicher
    Mittelbau x3, weitere MitarbeiterInnen x6 und Studierende x3. [...]”

    Soll das ein Witz sein?

    Wollt ihr ein Handwerk erlernen oder einen akademischen Titel erlangen?


    — mick    22 Februar 2006, 21:42    #

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