Rektorat der Universität Bielefeld wird handgreiflich
Am Donnerstag Morgen, den 16.02. gegen 9:00 Uhr, verschafften sich Dr. Gerd Meier (Referent des Rektors), Dr. Hans-Martin Kruckis (Referent für Öffentlichkeitsarbeit) und Kanzler Hans-Jürgen Simm Zutritt zu den besetzten Räumlichkeiten des Rektorats. Dr. Gerd Meier und Kanzler Hans-Jürgen Simm wurden dabei handgreiflich. Ein Angebot seitens der Studierenden, sich zunächst auf ein Gespräch einzulassen, wurde ausgeschlagen. Die Rektoratsmitglieder versuchten mit Akten die besetzten Räume zu verlassen. Die friedliche Türblockade wurde mit Hilfe des gerufenen Sicherheitsdienstes geräumt.
Am Abend zuvor hatten Rektoratsmitglieder in privaten Gesprächen den Wunsch nach Aktenzugang geäußert. Dieser Wunsch wurde jedoch von den Besetzenden abgelehnt.

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huiuiui….sie wurden haaandgreiflich… soll wohl heißen sie haben mal einen von euch ein bisserl zur seite geschoben? Nur mal zur erinnerung: die haben das Hausrecht in der uni…
— Henning 17 Februar 2006, 12:05 #
Ja, das würde mich auch mal interessieren! Lustige Vorstllung, wie der distinguierte Kanzeler sich mit der Ektoratsbesetzern prügelt…
— Mona 17 Februar 2006, 12:28 #
Hmm, in der PM des Rektorats und Timmermanns Aussage gegenueber Deutschlandradio gibt es ja einen schoenen Widerspruch:
“Trotz mehrfacher Anregung von Seiten des Rektorats ist es bisher nicht zu “offiziellen” Gesprächen mit den Studierenden gekommen. Die Studierenden stellen dafür Bedingungen (Nutzung des universitären E-Mail-Verteilers, Einstellen ihrer Resolution auf der Uni-Homepage), die das Rektorat nicht erfüllen wird.”
Quelle:
http://bis.uni-bielefeld.de/infomanager/SilverStream/Pages/Pressemitteilungen_Detail_Web.html?query=PRESSEMITTEILUNGEN.ID+%3D+32073
und
“Und zweitens ist es so, dass wir ganz klar gesagt haben, dass wir mit den studentischen Vertretungsorganen weiter im Gespräch bleiben. Mit denen die Probleme lösen wollen, und nicht mit Besetzern, die ja rechtswidrig handeln. Denen auch noch die institutionellen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die ihnen eigentlich nicht zustehen.”
O-Ton Timmermann
Quelle:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/469777/
Soviel dazu. Es werden also nur Vorwaende gesucht, die guten und boesen Studierenden zu spalten. Wer auch immer die guten sein moegen…
— Stefan 17 Februar 2006, 12:29 #
Es ist immer wieder nett anzusehen, wie demokratisch unser lieber Rektor und seine Schergen sind. Ziviler Ungehorsam GO! GO! GO!
— harry 17 Februar 2006, 14:06 #
“die haben das Hausrecht in der uni…”
Nur aus Interesse: Liest hier irgendein Jurist mit, der dazu etwas mehr sagen kann?
Müsste man, um juristisch korrekt zu handeln nicht erstmal ein Hausverbot oder ähnliches aussprechen und DANN Polizei etc. rufen, wenn die Leute nicht freiwillig gehen?
Sind die Besetzer nicht bis dahin eher in einer rechtlichen “Grauzone”?
Bin juristischer Laie, was das angeht…
— Borello 17 Februar 2006, 14:16 #
Wenn ich es recht verstehe, hat der Rektor das Hausrecht. Allerdings stimmt es, dass er sich zuerst als Person, die das Hausrecht hat, ausweisen muss und dann auch eine Frist stellen muss, bis wann die Raeumlichenkeiten verlassen werden sollen.
Wenn dem dann nach Ablauf der Frist nicht genuege getan worden ist, kann er feststellen, dass seine Moeglichkeiten ausgeschoepft sind und die Polizei rufen und raeumen lassen, da dann wohl Hausfriedensbruch begangen worden ist.
Aber ich gebe zu, bin da auch nur Laie.
— Stefan 17 Februar 2006, 15:32 #
Ja mei, sollen die doch ihre Akten haben. Haben sie ja jetzt auch.
— Philipp 17 Februar 2006, 16:42 #
Polizei in der Uni??
Aua.
— Jan 17 Februar 2006, 16:50 #
Seit ihr noch normal? was bringt den die Besetzung?
Der Rektor und seine Mitarbeiter machen ihre Arbeit weiter, dauert halt ein bischen länger, aber sonst haben die viel Zeit bis ihr freiwillig geht.
— Stefan Z! 17 Februar 2006, 18:29 #
Ich finde es gut was ihr macht. Die ganzen anderen Meckerer wollen wohl lieber zahlen und den Staat finanzieren. Lächerlich.
— ich 17 Februar 2006, 19:31 #
”... den Staat finanzieren. Lächerlich.”
Denk’ Du erst mal nach bevor Du so etwas rauslässt. Wir alle finanzieren den Staat, denn der Staat sind wir.
Deine tumben Sprüche sind lächerlich!
— Christoph 17 Februar 2006, 22:21 #
Das war echt nicht so durchdacht, aber der kern stimmt: Wir, die unter dem Existenzminimum leben, sollen existenzielle Aufgaben des Staates finanzieren. Das darf nicht wahr sein!
(Und wer mit dem hohen Einkommen der Akademiker im Beruf kommt – warum besteuert man nicht stattdessen die Einkommen? Das wäre logischer, hätte nur mehr Widerstand, denn die Studenten haben ja keine Lobby, was gegen diese elitäre Bande zu machen, stört ja eh keinen, selbst nicht Leute, die es besser wissen sollten – wie man ja z.B. an unserem Rektorat sieht).
— Jan 17 Februar 2006, 23:41 #
Kommt da wieder der Ruf nach einer Neidsteuer durch ? Kommt mir jedenfalls so vor.
Ich finde die Studiengebühren auch nicht so prickelnd, keine Frage, und bin auch nicht begeistert diese Last mitzutragen, aber: Sollten sich die aktuellen Bedingungen durch die Einführung dieses Obulus’ bessern, dann hatten sie ihren Sinn.
Unter dem Existenzminimum? So wie ich das sehe sind die meisten, die sich hier ereifern BaFög empfänger. Ich habe dieses Glück leider nicht, mein Vater verdient “auf dem Papier” zwar zu viel, hat aber gleichzeitig 3 Kinder im Studium -> ergo muss ICH mir mit meiner Hände Arbeit das zusammenholen, was einige von Euch durch das BaFög bekommen. Man könnte also behaupten, dass es Menschen wie mich in erster Linie eher und härter trifft als andere, wobei mein Mittel des Protestes nicht Sachbeschädigung, Beleidigung und Körperverletzung sind.
Versetzt Euch doch mal in die Lage des Rektors: Der führt quasi eine Firma, der muss auch sehen dass die Kohle reinkommt und alles läuft. Und ich wette “hintenrum” sind den Hochschulrektoren seitens des Kultusministeriums (oder wer für die Vergabe der Mittel eben zuständig ist) schon “die Pistole auf die Brust gesetzt” worden: Woher nehmen und nicht stehlen? Der Mann steckt in einer Zwickmühle und versucht das Beste für die Uni zu tun, und wird dafür angespuckt.
Damit, Freunde, kann ich mich nicht identifizieren, genausowenig wie mit kindischen Besetzerspielchen: Eine Gruppe ultralinker, die die Hafenstrasse wieder aufleben lassen, von Demokratie krakeelen aber eines übersehen: Sie sind in einem demokratischen Vorgang überstimmt worden. Lebt endlich damit, daß in einer Demokratie nicht immer der für einen persönlich bequemste Fall eintritt und hört endlich auf uns Studenten so lächerlich zu machen.
Schnipp 2 Cents. Für Euch von mir.
— Christoph 18 Februar 2006, 11:07 #
Ihr seid echt witzig. Seit mehr als 20 Jahren gibt es Proteste gegen Kürzungen in der Bildung, schon unter Kohl wurden Forschung und Lehre systematisch zusammengespart – Wozu auch zuviel Geld dafür verschwenden. Trotz der Proteste ging das immer weiter, und schlug sich natürlich irgendwann als schlechte Studienbedingungen nieder, als überfüllter Hörsaal, unterbezahler WiMi, fehlende Stelle, schlechte Ausstattung usw.
Und dann kommen die selben Leute, die systematisch die Unis kaputtgespart an, weinen Krokodilstränen über diese unhaltbaren Zustände und mangelne Konkurrenzfähigkeit der Unis, und haben praktischerweise gleich die Lösung: Studiengebühren, mit dem Nebeneffekt, dass der Pöbel auch gleich vom Studium abgeschreckt wird, denn was ist der Unterschied zwischen Massen- und “Elite”-Uni, genau: ökonomische Ausschlusskriterien, und die “feinen Unterschiede”, von denen Bordieu spricht.
Statt aber gemeinsam aufzustehen und zu sagen, “Schluss mit dem Irrsinn, 20 Jahre kaputtsparen reicht, eine Gesellschaft hat die PFLICHT die umfassende Bildung ihrer Mitglieder zu bezahlen” stellt ihr armen Gimpel euch auch noch freudig freudig hin und sagt: “Ist doch toll, jetzt werden vielleicht die Studienbedingungen besser . ”
Es war nie “zuwenig Geld” “da”, es waren politische Entscheidungen, Steuern zu senken, Unternehmen zu subventionieren, und das restliche Geld anders auszugeben – für tolle “Berater”, oder SPD-Steinkohle, für die gloriosen “Reformen”, für den Transrapid, den gerade die Chinesen stiebitzt haben, für Schnickschnack hier und Waffen da.
Aber nicht das empört euch, sondern die Besetzer?! Weil sie vielleicht irgendwas beschädigt haben könnten an euerer tollen Superuni, Gott behüte.
Mit Leuten wie euch kann man alles machen, brave Schafe, “mäh, mäh”. Nichtmal eure Eltern hätten sich sowas bieten lassen, aber ihr. Es muss sich nur jemand vor euch hinstellen und genug “Autorität” ausstrahlen und wichtig tun, schon kuscht ihr, und statt euch selbst eures Verstandes zu bedienen, plappert ihr die Argumente der PR-Profis vom CHE nach, und glaubt treuherzig, wenn ihr nur fleissig seit, schafft ihr es vielleicht in die Elite. Aber die Elite lacht nur über euch.
— Ich war eine Dose 18 Februar 2006, 12:27 #
Hallo “Ich war eine Dose”, Du sprichst mir aus Verstand und Herz. Bravo! An die gesamte “Besatzung”: Ihr seid Helden! Die wahre Elite. An anderen Unis fürchten die Rektoren schon “Bielefelder Verhältnisse” und werden sich vorsehen. Ohne Euch wäre die Sache schon längst abgehakt. Wen interessieren schon ein paar demonstrierende Studis. Es braucht diese Form des Widerstands. Bleibt gewaltfrei und haltet durch.
— Allumni58 18 Februar 2006, 14:20 #
@Christoph: ”-> ergo muss ICH mir mit meiner Hände Arbeit das zusammenholen, was einige von Euch durch das BaFög bekommen. Man könnte also behaupten, dass es Menschen wie mich in erster Linie eher und härter trifft als andere, wobei mein Mittel des Protestes nicht Sachbeschädigung, Beleidigung und Körperverletzung sind.”
Irgendwie scheinst du was gewaltig zu vermischen: Die genannten Mittel sind doch ausgeschlossen, oder sehe ich das falsch? Na gut, Beleidgung ist vielleicht ne Interpretationssache, keine Ahnung, was du damit meinst.
Meinst du, alle Andere nhier sind Einzelkinder? Müssen nicht arbeiten? Und sicher wird das Studium besser, wenn man sich mit einem Hilfskraftjob jedes Semester nocheinmal 500Euro dazuverdienen muss!? Und was wird am Studium besser, für dich, wenn du mir deinen verdienten Euros z.B. ein Stipendium für jemand Anderen finanzierst (wo das bestimmt auch an eine “Elite” vergeben wird, d.h. mit einiger Wahrscheinlichkeit an Leute, die sowieso schon erhöhtes Kapital im Sinne Boudieus mitbringen)??? Hm?
— Jan 19 Februar 2006, 12:40 #
@ Christoph Versetzt Euch doch mal in die Lage des Rektors: Der führt quasi eine Firma, der muss auch sehen dass die Kohle reinkommt und alles läuft. Und ich wette “hintenrum” sind den Hochschulrektoren seitens des Kultusministeriums (oder wer für die Vergabe der Mittel eben zuständig ist) schon “die Pistole auf die Brust gesetzt” worden: Woher nehmen und nicht stehlen? Der Mann steckt in einer Zwickmühle und versucht das Beste für die Uni zu tun, und wird dafür angespuckt.
tut er den wirklich das Beste für die Uni?? sicher nicht! ich denke schon das der Druck von Landespolitekern gross ist, aber muss man deswegen aus bequemlichkeit die Studiengebühren einführen und sich keine Gedanken über andere Wege machen??? Uni hat z.B. 2004 33,1 Mio an Drittmitteln gefunden!!!! Da ist doch wohl nicht viel verlangt die 10 Mio die von St.gebühren kommen sollen auch an land zu ziehen und neben bei Arbeitsplätze schaffen die sich explizit mit Drittmittlen beschäftigen sollen!!
— Lisa 19 Februar 2006, 22:07 #
Druck der Landespolitiker,... die Macht der Wirtschaft…
“Durchsetzung von Controlling und Ranking auf allen Ebenen
Thomas Barth 19.07.2005
Ein Bericht von einem Kongress über die Macht der Bertelsmann Stiftung und deren (Hochschul-)Politik”
http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/20/20558/
1.html&words=Studiengeb%FChren
— zoe 20 Februar 2006, 02:57 #
noch ein Zitat aus o.g. Text (weil’s so schön ist…)
“Das mit fast religiöser Verehrung gepredigte Maß aller Dinge ist die Effizienz. Gemessen wird sie mit Vorliebe in der finanziellen Dimension: Geld regiert die Welt, man diskutiert beispielsweise weniger über Bildung als über Bildungsfinanzierung.”
ich bin dafür, dass wir Hausaufgaben machen und wirklich (noch) mal “Der Kapitalismus als Religion betrachtet”.
— zoe 20 Februar 2006, 03:04 #
http://www.fzs-online.org/index.php?lang=1&expanded=0,0,3&article=82
“Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gibt nicht auf: Nachdem erst im Mai die Pläne des CHE bekannt geworden waren, an der TU München einige gebührenpflichtige “Elitefächer” zu etablieren und damit kräftig Geld zu verdienen, ist jetzt die TU Dresden dran.”
http://www.karrierefuehrer.de/hochschule/paylater.html
“Nach Ansicht des CHE ist ein Gebührenverbot, wie es auf Veranlassung der Regierungskoalition zurzeit gelte, “grundfalsch” und “verfassungsrechtlich bedenklich”. CHE-Leiter Detlef Müller-Böling sagte: “Modelle, wie allgemeine Studiengebühren für das Erststudium sozialverantwortlich gestaltet werden können, liegen seit langer Zeit auf dem Tisch.”
http://www.studis-online.de/HoPo/art-54-studiengebuehrenbefuerworter.php
“Währenddessen war auch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) nicht untätig und präsentiert angeblich tolle Gründe für Studiengebühren. Und wer geglaubt hat, die Grünen seien gegen Studiengebühren, sieht sich zumindest in Baden-Württemberg getäuscht.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Centrum_f%C3%BCr_Hochschulentwicklung
“So hatte das CHE etwa Umfragen veröffentlicht, nach denen angeblich eine Mehrheit der Studenten für Studiengebühren eintrete. Es stützte sich dabei auf eine Studie des Forsa-Instituts. Die Studie bot für den Befragten jedoch nicht die Möglichkeit, sich tatsächlich gegen jegliche Studiengebühren auszusprechen. Stattdessen bestand nur die Möglichkeit, zwischen drei angebotenen Ausgestaltungen von Studiengebühren die bevorzugte auszuwählen.”
http://www.che.de
“Autonomie, Wissenschaftlichkeit, Wirtschaftlichkeit, Profilbildung, Wettbewerb, Internationalisierung und Virtualisierung…”
— Centrum für Liebe und Demokratie 20 Februar 2006, 04:13 #
mit verlaub – ich k***
bin wohl doch eindeutig auf dem falschen planeten :(
— zoe 20 Februar 2006, 05:02 #